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Geschichte · PlayStation 3

Die PS3: Vom 599-Dollar-Schock zum Comeback

Ein Supercomputer fürs Wohnzimmer, ein Formatkrieg um die Zukunft der Filmscheibe und ein Preis, über den heute noch gelacht wird. Die PlayStation 3 hatte einen der schwierigsten Starts der Konsolengeschichte und landete am Ende trotzdem bei über 87 Millionen Geräten. Hier steht, wie das kam.

Stand 30.09.2026 · ca. 15 Min. Lesezeit
23.03.2007Start der PS3 in Deutschland und Europa
87,4 Mio.verkaufte PS3 weltweit (Stand 31.03.2017)
ca. 2.300PS3-Spiele laut Wikipedia-Liste, Download-Titel eingeschlossen
2006 · Sony · HD-ÄraPlayStation 3
Foto PlayStation-3-Modelle: Evan-Amos, Wikimedia Commons, gemeinfrei

Steckbrief

HerstellerSony Computer Entertainment
Japan11. November 2006, 20-GB-Modell für 49.980 Yen
Nordamerika17. November 2006, 499 Dollar (20 GB) und 599 Dollar (60 GB)
Europa und Deutschland23. März 2007, nur das 60-GB-Modell für 599,99 Euro
ProzessorCell Broadband Engine, entwickelt von Sony, Toshiba und IBM, 3,2 GHz
GrafikRSX von Nvidia
LaufwerkBlu-ray, liest auch DVD und CD
Verkauft weltweit87,4 Millionen (Stand 31. März 2017)
Verkauft in Deutschlandoffiziell 3 Millionen bis Dezember 2011, keine spätere offizielle Zahl
Spielerund 2.300 laut Wikipedia-Liste
ProduktionsendeAuslieferung Europa März 2016, Japan 29. Mai 2017
NachfolgerPlayStation 4, in Europa ab 29. November 2013

Ken Kutaragi und der Supercomputer fürs Wohnzimmer

Wer über die PS3 spricht, kommt an Ken Kutaragi nicht vorbei. Der Ingenieur gilt als "Vater der PlayStation". Anfang der 90er hatte er für Nintendo den Soundchip SPC700 des Super Nintendo entworfen, damals heimlich und zum Ärger seiner Vorgesetzten bei Sony. Danach trieb er die erste PlayStation und die PS2 voran.

Die PS2 wurde ein gewaltiger Erfolg. Sony sprach 2008 von 140 Millionen verkauften Geräten. Für den Nachfolger dachte Kutaragi deshalb noch größer. Er wollte einen Supercomputer fürs Wohnzimmer bauen, ein Gerät für Spiele, Filme, Musik und das Internet. Das Herz sollte ein völlig neuer Prozessor sein.

Bescheidenheit war dabei nicht sein Stil. Im Juli 2005 sagte er dem japanischen Wirtschaftsmagazin Toyo Keizai, die Kunden sollten sich denken: "Ich werde mehr Stunden arbeiten, um mir eine zu kaufen." Im Netz wurde daraus schnell der Witz vom Zweitjob für die PS3.

Der Cell-Chip: Drei Konzerne, ein Prozessor

Die Entwicklung begann früh. Am 9. März 2001 verkündete Kutaragi eine Partnerschaft mit Toshiba und IBM. Im selben Monat eröffneten die drei Firmen in Austin, Texas, ein gemeinsames Entwicklungszentrum. Nach ihren Anfangsbuchstaben hieß die Allianz STI. Über vier Jahre arbeiteten dort mehr als 400 Ingenieure an dem Chip. Das Budget lag laut Sony bei rund 400 Millionen Dollar.

Am 7. Februar 2005 stellten die Partner den Cell auf der Chip-Konferenz ISSCC in San Francisco vor. Sie nannten ihn einen "Supercomputer auf einem Chip" und versprachen die zehnfache Leistung damaliger PC-Prozessoren. Der Cell sollte auch in Fernsehern und Heimservern stecken, die PS3 war nur der erste große Einsatz.

Ganz übertrieben war das Supercomputer-Gerede nicht. IBM baute 2008 eine abgewandelte Version in den Großrechner Roadrunner ein. Der schaffte als erster Supercomputer dauerhaft mehr als ein Petaflops, also eine Billiarde Rechenschritte pro Sekunde. Wie der Cell im Inneren aufgebaut ist, steht kurz in der PS3-Kaufberatung.

E3 2005 und 2006: Bumerang und "599 US-Dollar"

Offiziell zeigte Sony die PS3 am 16. Mai 2005 auf der Spielemesse E3. Neben der Konsole lag ein Controller-Prototyp in Bumerang-Form. Er wurde sofort zum Gespött. Der fertige Controller sah am Ende dann doch wieder aus wie das bekannte PlayStation-Pad.

Ein Jahr später, auf der E3 2006, kam der Auftritt, an den sich viele bis heute erinnern. Sony-Manager Kaz Hirai verkündete die Preise: 499 Dollar für das Modell mit 20 GB Festplatte und 599 Dollar für das Modell mit 60 GB. Sein Satz "Five hundred and ninety-nine US dollars" wurde zum Running Gag der Szene. Für Europa kündigte Sony 499,99 und 599,99 Euro an.

Dieselbe Pressekonferenz lieferte noch mehr Stoff. Bei der Vorführung des Actionspiels Genji: Days of the Blade sprach Produzent Bill Ritch von einer "giant enemy crab", einer riesigen feindlichen Krabbe, deren Schwachpunkt "massive damage" bringe. Beide Sätze wurden zu Memes, also zu Sprüchen, die sich im Netz rasend schnell verbreiten.

Der holprige Start

Am 6. September 2006 verschob Sony den Start in Europa auf März 2007. Es fehlten Bauteile für das Blu-ray-Laufwerk. Kutaragi räumte im selben Monat ein, dass Sonys Stärke bei der Hardware nachlasse. Kurz darauf, am 22. September auf der Tokyo Game Show, senkte er den Preis für Japan auf 49.980 Yen. Kunden und Presse hätten nicht aufgehört, den Preis von über 60.000 Yen zu kritisieren.

Japan und Nordamerika

In Japan kam die PS3 am 11. November 2006 in die Läden und verkaufte sich in den ersten 24 Stunden über 81.000 Mal. Sechs Tage später, am 17. November, folgte Nordamerika. Vor den Geschäften standen lange Schlangen, an einigen Orten kam es sogar zu Gewalt. Das Problem war die Menge: Laut den Marktforschern von NPD verkaufte Sony in den ersten 13 Tagen nur rund 195.000 Konsolen in den USA. Geplant waren 400.000. Die PS3 war fast überall ausverkauft. Nintendos Wii kam im selben Monat auf 476.000 Stück.

Eines der Aushängeschilder zum Start war der Ego-Shooter Resistance: Fall of Man von Insomniac Games. Er verkaufte sich bis 2007 über 2,1 Millionen Mal.

Europa und Deutschland

Am 23. März 2007 war Europa dran. Sony meldete 600.000 verkaufte Konsolen in den ersten zwei Tagen, davon 165.000 in Großbritannien. In London bekamen 120 Wartende vor dem Virgin Megastore sogar einen 46-Zoll-Fernseher geschenkt und wurden mit dem Taxi nach Hause gefahren.

In Deutschland ging es ruhiger zu. Hier gab es nur das 60-GB-Modell für 599,99 Euro. Laut GameStar verkaufte ein Media Markt in Stuttgart beim Mitternachtsverkauf nur 35 von 100 Konsolen. Ein Sprecher nannte als Gründe das schlechte Wetter, den hohen Preis und die Gewissheit der Kunden, dass die PS3 auch am nächsten Tag noch im Regal steht.

Ein Dämpfer für PS2-Fans: Die Europa-Version spielte PS2-Discs nur noch teilweise per Software ab. Details stehen in der Kaufberatung.

PS3 Fat (CECHA01), das erste ModellFoto: Evan-Amos, Wikimedia Commons, gemeinfrei

Ein teures Geschäft für Sony

So teuer die PS3 für die Käufer war, für Sony war sie noch teurer. Das Marktforschungsunternehmen iSuppli schätzte die Herstellungskosten zum Start auf 805,85 Dollar für das 20-GB-Modell und 840,35 Dollar für das 60-GB-Modell. Sony verlor damit an jeder Konsole geschätzt 306 beziehungsweise 241 Dollar.

Konsolenhersteller setzen oft darauf, das Geld später mit Spielen und Lizenzgebühren zu verdienen. Bei der PS3 war das Loch aber besonders tief. Sony räumte später ein, bis Mitte 2008 rund 3,3 Milliarden Dollar mit der PS3-Hardware verloren zu haben.

Mit jedem Jahr wurden die Bauteile günstiger. Bis August 2009 hatte Sony die Kosten laut Wikipedia um insgesamt 70 Prozent gesenkt, auf rund 240 Dollar pro Gerät. Damit war der Weg frei für die PS3 Slim.

Formatkrieg: Blu-ray gegen HD DVD

Die PS3 spielte auch in einem Formatkrieg eine Hauptrolle. Zwei Nachfolger der DVD stritten um die Vorherrschaft bei hochauflösenden Filmen. Auf der einen Seite stand Blu-ray, angeführt von Sony und unterstützt von Firmen wie Panasonic, Philips und Samsung. Auf der anderen Seite stand HD DVD, angeführt ausgerechnet von Toshiba, Sonys Partner beim Cell. Microsoft verkaufte für die Xbox 360 ein externes HD-DVD-Laufwerk als Zubehör.

Eine Blu-ray fasst 25 GB pro Schicht, doppelschichtig 50 GB. Das ist etwa fünfmal so viel wie eine DVD. Und jede verkaufte PS3 war automatisch auch ein Blu-ray-Player.

Lange stand das Rennen offen. Im August 2007 schlugen sich Paramount und DreamWorks Animation exklusiv auf die Seite von HD DVD. Später kam heraus, dass Toshiba ihnen dafür zusammen rund 150 Millionen Dollar an Zahlungen und Werbezusagen gemacht hatte. Dann kippte alles innerhalb weniger Wochen:

  • 4. Januar 2008: Warner Bros. kündigte an, HD DVD bis Juni aufzugeben.
  • 11. Februar 2008: Der Verleihdienst Netflix stieg aus HD DVD aus.
  • 16. Februar 2008: Die US-Handelskette Walmart kündigte das Ende des HD-DVD-Verkaufs an.
  • 19. Februar 2008: Toshiba stellte Entwicklung, Herstellung und Vermarktung von HD-DVD-Playern ein.

Zu diesem Zeitpunkt standen laut Wikipedia rund 10,5 Millionen PS3 in den Wohnzimmern der Welt, dagegen nur schätzungsweise eine Million HD-DVD-Player. Die Konsole hatte das Format quasi durch die Hintertür in die Haushalte gebracht. Für Sammler heißt das bis heute: Jede PS3 spielt auch deine Blu-ray-Filme ab.

Kaz Hirai und die Wende

Der schwierige Start hatte Folgen an der Spitze. Am 30. November 2006 übernahm Kaz Hirai den Posten des Präsidenten von Sony Computer Entertainment. Kutaragi wurde Vorsitzender. Am 26. April 2007 gab Sony seinen Rückzug bekannt, ab 19. Juni 2007 führte Hirai das PlayStation-Geschäft weltweit. Kutaragi verabschiedete sich mit dem Satz, er freue sich, nach vier Plattformen bei Sony Computer Entertainment "seinen Abschluss zu machen".

Unter Hirai wurde die PS3 Schritt für Schritt günstiger. Im Oktober 2007 kam in Europa ein 40-GB-Modell für 399,99 Euro, allerdings ganz ohne PS2-Unterstützung. Im Januar 2008 stellte Hirai in Aussicht, dass die PS3 Anfang 2009 Gewinn abwerfen könnte. Im Juli 2008 nannte er ein ehrgeiziges Ziel: 150 Millionen verkaufte Konsolen bis zum neunten Jahr. Das hat die PS3 nie erreicht.

Einen großen Schritt machte Sony im September 2009 mit der kleineren PS3 Slim für 299 Euro. Sie war leiser, sparsamer und günstiger in der Herstellung. Hirai selbst wurde am 1. April 2012 Chef des gesamten Sony-Konzerns.

Die Modelle im Überblick

Sony hat die PS3 zweimal komplett neu gebaut und dazwischen oft nachgebessert. Welche Variante sich heute lohnt und wie du sie am Typenschild erkennst, erklärt die Kaufberatung.

ModellJahrWas anders ist
Fat CECHA und CECHB (20 und 60 GB)2006Startmodelle für Japan und Nordamerika, komplette PS2-Technik eingebaut
Fat CECHC (60 GB)2007Startmodell für Europa, PS2-Discs nur teilweise per Software
Fat CECHG bis CECHQ (40 bis 160 GB)2007 bis 2009günstiger gebaut, keine PS2-Discs mehr, nur zwei USB-Buchsen, kein Kartenleser
Slim CECH-2000er bis 3000er (120 bis 320 GB)2009 bis 2011deutlich kleiner und sparsamer, ohne die Linux-Funktion OtherOS
Super Slim CECH-4000er (12 GB Flash bis 500 GB)2012 bis 2017Klappe oben statt Einzugslaufwerk, das leichteste Modell

Technik in aller Kürze

Im Kern arbeitet der Cell mit 3,2 GHz. Ein Hauptkern verteilt die Arbeit, mehrere kleine Spezialkerne rechnen parallel mit. Für die Grafik sorgt der Chip RSX von Nvidia. Dazu kommen je 256 MB Arbeits- und Grafikspeicher. Das Bild geht über HDMI bis 1080p an den Fernseher.

Auf dem Papier war das enorm viel Leistung. In der Praxis mussten Entwickler ihre Spiele aufwendig auf die Spezialkerne verteilen. Viele Studios brauchten Jahre, bis sie die PS3 ausreizten.

Mehr als eine Konsole: Online, Trophäen und Forschung

Mit der PS3 baute Sony sein Online-Angebot stark aus. Das PlayStation Network (PSN) war dabei von Anfang an kostenlos. Über die Jahre kamen Funktionen dazu, die heute selbstverständlich sind:

  • Trophäen: Mit der Systemsoftware 2.40 kamen am 2. Juli 2008 die Trophäen, also Auszeichnungen für bestimmte Leistungen in Spielen.
  • PlayStation Home: Am 11. Dezember 2008 startete die Testphase dieses virtuellen Treffpunkts, in dem du mit einer eigenen Spielfigur unterwegs warst. Bis zur Schließung am 31. März 2015 kam Home auf 41 Millionen Mitglieder.
  • PlayStation Plus: Das Abo startete am 29. Juni 2010 mit Gratisspielen, Rabatten und frühem Zugang zu kommenden Spielen.

Die Rechenkraft des Cell nutzte auch die Wissenschaft. Ab dem 23. März 2007, dem Europastart der Konsole, konnten PS3-Besitzer über das Programm Folding@home der Universität Stanford bei der Erforschung der Proteinfaltung helfen. Das ist wichtig für das Verständnis vieler Krankheiten. Vor allem dank der PS3 überschritt das Projekt am 16. September 2007 dauerhaft die Marke von einem Petaflops. Am 6. November 2012 beendete Sony die Unterstützung.

2010 verband das Forschungslabor der US-Luftwaffe sogar 1.760 PS3 zum Rechner Condor Cluster mit rund 500 Billionen Rechenoperationen pro Sekunde. Die frühen Konsolen konnten damals offiziell Linux starten. Wie Sony diese Funktion 2010 wieder abschaltete, steht in der Kaufberatung.

Der PSN-Hack 2011

Im Frühjahr 2011 traf Sony ein schwerer Hackerangriff. Zwischen dem 17. und 19. April drangen Unbekannte in die Server ein. Am 20. April schaltete Sony das PlayStation Network und den Streamingdienst Qriocity ab.

Betroffen waren rund 77 Millionen Konten. Die Angreifer hatten Zugriff auf Namen, Adressen, E-Mail-Adressen, Geburtsdaten, Anmeldedaten und Passwörter. Die Kreditkartendaten waren verschlüsselt gespeichert. Sony konnte trotzdem nicht ausschließen, dass auch sie gestohlen wurden.

Insgesamt 24 Tage blieb das Netz offline. Ab dem 15. Mai 2011 ging es schrittweise wieder an den Start, zuerst in Nordamerika. Zur Entschädigung gab es das Programm "Welcome Back" mit 30 Tagen PlayStation Plus, Gratisspielen und je nach Region einer Versicherung gegen Identitätsdiebstahl. Sony bezifferte die Kosten auf 171 Millionen Dollar. Die britische Datenschutzbehörde ICO verhängte später eine Strafe von 250.000 Pfund und nannte die Sicherheitsvorkehrungen "einfach nicht gut genug".

Für Sammler

24 Tage lang konnte niemand im Store einkaufen oder online spielen. Eine Disc im Regal braucht dagegen keinen Server. Genau darum geht es in unserem Artikel "Die Disc stirbt. Wir heben sie auf."

Verkaufszahlen: Weltweit, Europa, Deutschland

Trotz des schwachen Starts holte die PS3 kräftig auf. Die Meilensteine laut Sony:

StandVerkaufte PS3Gebiet
Dezember 20113 MillionenDeutschland
November 201270 Millionenweltweit
Dezember 201230 MillionenEuropa und PAL-Region
2. November 201380 Millionenweltweit
31. März 201787,4 Millionenweltweit, letzte offizielle Zahl

Zur PAL-Region zählen neben Europa etwa auch Australien und Neuseeland. Weitere Einzelwerte nennt Wikipedia mit Stand Juni 2013: 22,9 Millionen in den USA, 9,3 Millionen in Japan und 5,5 Millionen in Großbritannien.

Und in Deutschland?

Hier wird es dünn. Die letzte offizielle Zahl stammt von Sony Deutschland aus dem Dezember 2011: 3 Millionen PS3 seit dem Start im März 2007. Danach hat Sony für Deutschland nach unserer Recherche keine Gesamtzahl mehr veröffentlicht. ComputerBase zitierte 2018 eine Schätzung der Seite VGChartz von 4,74 Millionen Geräten bis November 2018. Das ist eine Hochrechnung, keine offizielle Angabe. Eine Jahresreihe bei Statista liegt hinter einer Bezahlschranke, ihre Quelle ist öffentlich nicht zu sehen. Eine belastbare Endzahl für Deutschland gibt es also nicht.

Auch bei der Software war die PS3 ein Schwergewicht. Bis März 2017 verkaufte Sony nach eigenen Angaben rund eine Milliarde PS3-Spiele, im Schnitt also etwa elf pro Konsole.

Spiele: Bibliothek und Bestseller

Wie viele PS3-Spiele es gibt, hängt davon ab, wie man zählt. Die englische Wikipedia listet 2.313 Titel (Stand September 2026). Mitgezählt sind reine Download-Spiele, aber keine PlayStation-minis und keine PS1- und PS2-Klassiker aus dem Store. Sony selbst sprach im November 2013 von über 4.332 veröffentlichten Softwaretiteln. Wie Sony dabei zählt, geht aus der Meldung nicht hervor. Rund 2.300 Spiele ist deshalb die bessere Faustzahl.

Die meistverkauften PS3-Spiele zeigt die Tabelle. Achtung: Die Zahlen stammen aus unterschiedlichen Quellen und Jahren, manche zählen ausgelieferte, manche verkaufte Exemplare. Die Reihenfolge folgt der Liste der englischen Wikipedia.

#SpielJahrVerkauftQuelle und Stand
1Grand Theft Auto V2013über 20 Mio.Guinness: 20,32 Mio. laut VGChartz (2016), Wikipedia-Liste: 24,66 Mio.
2Gran Turismo 5201011,95 Mio.Polyphony Digital via GameSpot, Juni 2016
3Uncharted 3: Drake's Deception2011über 9 Mio.Wikipedia, Stand 2019
4The Last of Us20138,4 Mio.Sony-Angabe, Mai 2019
5Uncharted 2: Among Thieves20096,5 Mio.Wikipedia, Stand März 2015
6Metal Gear Solid 4: Guns of the Patriots20086 Mio.Wikipedia, Stand 2014
7Batman: Arkham City20115,48 Mio.Wikipedia-Liste, keine Herstellerangabe
8Gran Turismo 5 Prologue20075,35 Mio.Polyphony Digital via GameSpot, Juni 2016
9Gran Turismo 620135,22 Mio.Wikipedia-Liste, GameSpot nannte 2016 noch 5,01 Mio.
10God of War III20105,18 Mio.Wikipedia-Liste, Sony-Daten von Juni 2012: 5,2 Mio.

Beim Spitzenreiter gehen die Angaben am weitesten auseinander. Offizielle Zahlen pro Plattform haben wir von Rockstar nicht gefunden. Je nach Quelle liegt GTA V auf der PS3 zwischen gut 20 und knapp 30 Millionen. Sicher ist nur: Kein anderes Spiel kommt auch nur in die Nähe. Bemerkenswert ist, wie spät die Bestseller kamen. GTA V und The Last of Us erschienen 2013, im selben Jahr wie die PS4.

Auffällig ist außerdem der Anteil von Sonys eigenen Studios. Naughty Dog, Polyphony Digital und Santa Monica Studio stellen sieben der zehn Plätze. Welche Exklusivspiele sich heute noch lohnen, steht in der Kaufberatung. Warum solche Spiele ins Regal und ins Museum gehören, liest du in Videospiele als Kultur.

Teure Sammlerstücke

Die meisten PS3-Spiele sind heute günstig, einige aber nicht. Bei den gesuchten Titeln fallen drei Muster auf: Spiele, die erst spät im Leben der Konsole erschienen, Spiele, die aus den Download-Shops verschwunden sind, und Spiele, die es in einer Region nur als Download gab. Faustregel unter Sammlern: Späte Spiele einer Konsole werden oft in kleineren Mengen verkauft, weil viele schon zum Nachfolger gewechselt sind.

SpielPublisher, Europa-StartWarum gesuchtGrößenordnung PAL komplett
GodzillaBandai Namco, Juli 2015kam gut anderthalb Jahre nach dem Start der PS4200 bis 300 Dollar
Dynasty Warriors: Gundam RebornBandai Namco, Juni 2014in Nordamerika nur als Download erschienenum 200 Dollar
PuppeteerSony, September 2013spätes Sony-Spiel kurz vor der PS4, komplett viel teurer als lose150 bis 200 Dollar, lose unter 50
Spider-Man: Web of ShadowsActivision, Oktober 2008seit 1. Januar 2014 aus allen Download-Shops entferntum 150 Dollar, NTSC deutlich mehr
Spider-Man: Shattered DimensionsActivision, September 20102014 aus dem PSN entferntum 140 Dollar
X-Men Origins: WolverineActivision, Mai 2009brutale "Uncaged Edition", seit 2014 nicht mehr digital erhältlichum 100 Dollar, NTSC fast doppelt so viel
Yakuza: Dead SoulsSega, März 2012Zombie-Ableger der Reihe, bis heute nur auf der PS3unter 100 Dollar, NTSC etwa doppelt so viel

Größenordnungen nach PriceCharting, abgerufen am 30.09.2026. PriceCharting wertet abgeschlossene Verkäufe aus und rechnet in US-Dollar. "Komplett" heißt mit Hülle und Anleitung (CIB, Complete in Box).

Die drei Activision-Spiele haben eine gemeinsame Geschichte. Activision besaß lange die Lizenz für Marvel-Spiele. Als sie auslief, wurden die meisten dieser Titel am 1. Januar 2014 aus allen Download-Shops entfernt. Seitdem gibt es sie auf der PS3 nur noch auf Disc.

Achte beim Vergleich immer auf die Region. Europäische PAL-Fassungen und amerikanische NTSC-Fassungen können sehr unterschiedlich viel kosten. Bei Yakuza: Dead Souls und Wolverine ist die US-Disc deutlich teurer. Gundam Reborn gibt es im Westen dagegen nur als europäische Disc. Da PS3-Spiele fast immer regionsfrei laufen, kannst du beim Spielen gezielt zur günstigeren Fassung greifen.

Sammlereditionen wie die Explorer Edition von Uncharted 3 oder die Wizard's Edition von Ni no Kuni liegen bei PriceCharting ebenfalls deutlich über normalen Spielen. Prüf dort genau, ob alle Beigaben dabei sind.

Preise richtig einschätzen

Feste Preise nennen wir bewusst nicht, sie ändern sich ständig. Such das Spiel auf eBay und setz den Filter "Verkaufte Artikel". Dann siehst du, was wirklich gezahlt wurde. Vergleiche nur gleiche Region und gleichen Zustand: lose Disc, komplett oder eingeschweißt. Wie du Fälschungen und Mondpreise auf dem Flohmarkt erkennst, steht im Flohmarkt-Check.

Das Ende der PS3

Am 29. November 2013 kam in Europa die PlayStation 4 in die Läden, in Nordamerika schon am 15. November. Sie kostete 399,99 Euro und damit 200 Euro weniger als die PS3 zum Start. Sony hatte gelernt. Chefarchitekt Mark Cerny setzte auf einen Chip von AMD mit x86-Technik, wie sie auch in PCs steckt. Für Entwickler war das viel einfacher als der Cell.

Der Haken für PS3-Besitzer: Die PS4 spielt keine PS3-Discs ab. Sony bot stattdessen den Streaming-Dienst PlayStation Now an. Heute streamt PlayStation Plus Premium in einigen Regionen ausgewählte PS3-Spiele. Für deine Discs brauchst du weiter eine PS3.

Die PS3 lief nach dem Start der PS4 noch jahrelang weiter. Sony rechnete im November 2013 allein für das Weihnachtsgeschäft weltweit mit rund 300 neuen PS3-Spielen. Dann ging es Schritt für Schritt zu Ende:

  • September 2015: Sony stellte den Verkauf in Neuseeland ein.
  • März 2016: Die Auslieferung neuer Konsolen nach Europa und Australien endete.
  • Oktober 2016: Nordamerika folgte.
  • 29. Mai 2017: Sony bestätigte, dass auch in Japan keine PS3 mehr ausgeliefert wird. Zuletzt gab es dort nur noch das 500-GB-Modell.

Ganz tot ist die PS3 trotzdem nicht. Die Systemsoftware bekommt weiter kleine Updates, zuletzt Version 4.93 im März 2026, und der Store ist noch offen. Was das heute für dich bedeutet, steht in der Kaufberatung.

Das Vermächtnis der PS3

Die PS3 ist eine Comeback-Geschichte. Sie startete teuer, knapp und verspottet. Am Ende standen trotzdem 87,4 Millionen Geräte und rund eine Milliarde verkaufte Spiele. Was bleibt davon?

  • Blu-ray: Das Format hat sich durchgesetzt, und die PS3 hatte großen Anteil daran.
  • Online-Dienste: Trophäen und PlayStation Plus gibt es bis heute, beide starteten auf der PS3.
  • Starke eigene Studios: Naughty Dog, Polyphony Digital und Santa Monica Studio prägten die Generation und die folgenden gleich mit.
  • Eine Lektion in Sachen Preis: Die PS4 kam günstiger und mit einfacherer Technik. Das war auch eine Antwort auf die Probleme der PS3.

Für Sammler hat die PS3 einen besonderen Reiz. Sie ist die letzte PlayStation, auf der du Spiele von drei Generationen von Disc spielen kannst, sofern du ein frühes Modell erwischst. Und sie ist die erste PlayStation-Heimkonsole, auf der viele Spiele nur als Download erschienen, Journey zum Beispiel. Deine Lieblingsspiele auf Disc sicherst du am besten, solange sie noch bezahlbar sind.

Kaufberatung

Du willst selbst eine PS3? Welches Modell zu dir passt, wie du den Yellow Light of Death vermeidest und worauf du beim Gebrauchtkauf achten musst, steht in unserer PS3-Kaufberatung: Fat, Slim oder Super Slim?

Häufige Fragen zur Geschichte der PS3

Wann kam die PS3 in Deutschland auf den Markt?

Am 23. März 2007, zusammen mit dem übrigen Europa, als 60-GB-Modell für 599,99 Euro. Japan und Nordamerika waren schon im November 2006 dran.

Wie oft wurde die PS3 verkauft?

Weltweit 87,4 Millionen Mal, Stand 31. März 2017. Für Deutschland gibt es als letzte offizielle Zahl 3 Millionen bis Dezember 2011. Eine spätere offizielle Angabe haben wir nicht gefunden.

Warum war die PS3 so teuer?

Neue Technik wie der Cell-Prozessor und das Blu-ray-Laufwerk war teuer. Laut iSuppli kostete die Herstellung zum Start über 800 Dollar pro Konsole, Sony machte an jedem Gerät Verlust.

Welches ist das meistverkaufte PS3-Spiel?

Grand Theft Auto V. Die genaue Zahl schwankt je nach Quelle zwischen gut 20 und knapp 30 Millionen, weil es keine offizielle Zahl pro Plattform gibt, die wir finden konnten.

Laufen PS3-Spiele auf der PS4 oder PS5?

Nicht von Disc. Einige PS3-Spiele kannst du in manchen Regionen über PlayStation Plus Premium streamen. Für deine Discs brauchst du eine PS3.

Quellen