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Geschichte · Nintendo 3DS

Nintendo 3DS: Wie Nintendo 3D ohne Brille in die Hosentasche brachte

Ein Handheld mit 3D-Bild ganz ohne Brille, dazu Mario Kart, Pokémon und Animal Crossing für unterwegs: Der Nintendo 3DS hatte einen holprigen Start und wurde trotzdem zum Dauerbrenner. Hier liest du, wie er entstand, warum Nintendo schon nach wenigen Monaten den Preis senken musste, welche sechs Modelle es gibt und welche Spiele und Sondereditionen Sammler heute suchen.

Stand 30.09.2026 · ca. 14 Min. Lesezeit
25.03.2011Start des Nintendo 3DS in Europa und Deutschland
75,94 Mio.verkaufte Geräte der 3DS-Familie weltweit (Nintendo, Stand 30.06.2026)
392,31 Mio.verkaufte 3DS-Spiele weltweit (gleicher Stand)
2011 · Nintendo · 8. GenerationNintendo 3DS
Foto Nintendo 3DS: Evan-Amos, Wikimedia Commons, gemeinfrei

Steckbrief

HerstellerNintendo
Generation8. Konsolengeneration, Nachfolger des Nintendo DS
Japan26. Februar 2011, 25.000 Yen
Europa und Deutschland25. März 2011, im deutschen Handel meist 249 Euro
Nordamerika27. März 2011, 249,99 US-Dollar
ProzessorARM11 mit zwei Kernen, 268 MHz, dazu ein ARM9 für DS-Spiele
GrafikPICA200 von Digital Media Professionals, 268 MHz
Arbeitsspeicher128 MB (New-Modelle: 256 MB)
Bildschirmeoben 3D-Display ohne Brille, unten Touchscreen
Modelle3DS, 3DS XL, 2DS, New 3DS, New 3DS XL, New 2DS XL
Verkauft weltweit75,94 Millionen Geräte, 392,31 Millionen Spiele (Stand 30.06.2026)
Produktionsende16. September 2020

Ist der 3DS schon Retro?

Ehrliche Antwort: Er ist ein Grenzfall. Nostalgienerds deckt Konsolen bis etwa 2010 ab, also bis zur PS3-Zeit. Der 3DS kam 2011 und gehört zur 8. Konsolengeneration, zusammen mit Wii U, PS4, Xbox One und der PlayStation Vita. Er ist also jünger als alles, was wir sonst hier behandeln.

Trotzdem passt er aus drei Gründen. Erstens ist er abgeschlossen: Die Produktion endete 2020, der eShop schloss 2023, die Online-Dienste 2024. Neue Spiele kommen nur noch gebraucht auf Modul zu dir. Zweitens spielt er fast die komplette Bibliothek des Nintendo DS ab und ist damit für viele die bequemste Art, DS-Klassiker zu spielen. Drittens steigen die Preise für Geräte und manche Spiele seit Jahren. Sammler behandeln den 3DS längst wie eine Retro-Konsole. Wir sehen ihn als Brücke zwischen den alten Handhelds und der Switch.

Entstehung: Nintendos langer Weg zum 3D-Bild

Der 3DS war nicht Nintendos erster Versuch mit 3D. Schon 1988 brachte die Firma in Japan das Famicom 3D System heraus, eine Brille mit Flüssigkristall-Verschlüssen. Außerhalb Japans erschien sie nie. 1995 folgte der Virtual Boy. Er verkaufte sich weniger als eine Million Mal, es erschienen nur 22 Spiele. Er gilt bis heute als einer der größten Flops der Firmengeschichte.

Luigi's Mansion in 3D, das nie erschien

Den nächsten Anlauf nahm Nintendo beim GameCube. Das Startspiel Luigi's Mansion war technisch schon für echtes 3D vorbereitet. Hideki Konno, der später Produzent des 3DS wurde, experimentierte nach Luigi's Mansion mit einem kleinen, etwa vier Zoll großen LCD für den GameCube, das 3D ohne Brille zeigte. Auf der E3 2002 stand das Display als Ausstellungsstück, die 3D-Funktion hielt Nintendo aber geheim. Satoru Iwata erklärte später in der Interviewreihe "Iwata fragt", warum daraus nichts wurde: Flüssigkristall war damals so teuer, dass das Zubehör womöglich mehr gekostet hätte als die Konsole selbst.

Auch beim Game Boy Advance SP testete Nintendo ein 3D-LCD, legte die Idee aber wieder weg, weil das Ergebnis nicht überzeugte. Beim Nintendo DS sammelte die Firma über ein Museumsprojekt in Kyoto weitere Erfahrung mit Flüssigkristall-Technik.

Das Team und die Entscheidung für 3D

Laut "Iwata fragt" begann Ingenieur Yasuhisa Umezu schon in der zweiten Hälfte 2007 mit dem Konzept für den Hauptchip des 3DS, also noch vor dem Start des DSi. Er plante bewusst etwas Spielraum für Überraschungen ein. Die 3D-Funktion stand am Anfang nicht fest. Konno brachte sie ins Spiel, als bessere LCDs verfügbar wurden. Intern gab es Skepsis, die Erinnerung an den Virtual Boy war noch frisch. Konno überzeugte die Kollegen mit Prototypen, bei denen man die Stärke des 3D-Effekts selbst einstellen konnte. Daraus wurde später der 3D-Regler an der Seite des Displays.

3D kostet Rechenleistung und Strom. Jedes Bild muss zweimal berechnet werden, einmal pro Auge, und die Hintergrundbeleuchtung muss heller leuchten. Das Team löste das mit einem Grafikchip, der viele Effekte direkt in Hardware berechnet, und mit einem Stromsparmodus für die Beleuchtung.

Ankündigung und E3 2010

Am 23. März 2010 kündigte Nintendo den 3DS offiziell an, offenbar um Berichten der japanischen Presse zuvorzukommen. Vollständig zu sehen war er erst am 15. Juni 2010 auf Nintendos E3-Pressekonferenz. Besucher konnten Prototypen ausprobieren, gezeigt wurden unter anderem Kid Icarus: Uprising und Spiele von Square Enix, Konami, Ubisoft und Capcom.

Der Start 2011 und der schnelle Preissturz

Der 3DS kam am 26. Februar 2011 in Japan auf den Markt, für 25.000 Yen. Europa folgte am 25. März, Nordamerika am 27. März für 249,99 Dollar. Einen festen Euro-Preis nannte Nintendo nicht, den Preis bestimmt in Europa der Handel. Laut GamePro nahmen Onlinehändler wie Amazon Vorbestellungen für 249 Euro an, das war der übliche deutsche Startpreis. In Europa standen 14 Spiele zum Start bereit, mehr als in Japan (8) oder Nordamerika (12).

Das erste Wochenende lief gut. Nintendo meldete 303.000 verkaufte Geräte in Europa, davon rund 50.000 in Deutschland in zwei Tagen. In Großbritannien war es mit 113.000 Stück der bis dahin beste Hardware-Start von Nintendo.

Warum es danach hakte

Dann brach der Absatz ein. Wikipedia nennt mehrere Gründe:

  • Preis: 249,99 Dollar waren der höchste Preis, den Nintendo bis dahin für einen Handheld verlangt hatte.
  • 3D-Effekt: Er beeindruckte, ermüdete aber manche Augen. Nintendo riet Eltern, Kinder unter sechs Jahren nicht mit 3D spielen zu lassen, und das bei einer Kernzielgruppe von Nintendo.
  • Spiele: Die großen Titel wie Super Mario 3D Land und Mario Kart 7 kamen erst Ende 2011.
  • Akku: Tester kamen auf rund drei Stunden bei 3DS-Spielen.

Preissenkung und Botschafter-Programm

Am 28. Juli 2011 zog Nintendo die Notbremse. In Nordamerika sank der Preis ab 12. August auf 169,99 Dollar, in Japan auf 15.000 Yen. Für Europa kündigte Nintendo eine Senkung um etwa ein Drittel an, ebenfalls ab dem 12. August. Weniger als ein halbes Jahr nach dem Start war das ein ungewöhnlich harter Schritt.

Als Entschädigung für frühe Käufer gab es das Botschafter-Programm, auf Englisch Ambassador Program. Wer bis zum 11. August 2011, 23:59 Uhr, mit seinem 3DS mindestens einmal den eShop besucht hatte, wurde automatisch Botschafter. Das brachte 20 kostenlose Spiele:

  • Ab 1. September 2011: zehn NES-Spiele für die Virtual Console, darunter Super Mario Bros., Donkey Kong Jr., Balloon Fight, Ice Climber und The Legend of Zelda. Sie kamen früher als für alle anderen.
  • Ende 2011: zehn Game-Boy-Advance-Spiele, die es nur für Botschafter gab, darunter Yoshi's Island: Super Mario Advance 3, Mario Kart: Super Circuit, Metroid Fusion, WarioWare, Inc. und Mario vs. Donkey Kong.

Die GBA-Spiele erschienen nie regulär im 3DS-eShop. Ein 3DS mit Botschafter-Spielen ist deshalb heute für manche Sammler etwas Besonderes. Nach der Preissenkung zog der Absatz deutlich an. Im August 2012 meldete Nintendo Deutschland 900.000 verkaufte 3DS. Im ersten Jahr seien hier 20 Prozent mehr Geräte verkauft worden als beim DS im gleichen Zeitraum.

Technik: Zwei Bilder für zwei Augen

Das Herz des 3DS ist das obere Display. Es zeigt 3D ohne Brille. Die Fachleute nennen das autostereoskopisch. Vor dem Bild sitzt eine Art feines Gitter, die Parallaxenbarriere. Sie sorgt dafür, dass dein linkes Auge andere Bildpunkte sieht als dein rechtes. Das Display hat 800 × 240 Pixel, pro Auge also 400 × 240. Das funktioniert nur, wenn du genau von vorn und im richtigen Abstand draufschaust. Kippst du den 3DS, verschwimmt das Bild. Mit dem 3D-Regler stellst du die Stärke ein oder schaltest 3D ganz ab.

Der untere Bildschirm ist ein Touchscreen mit 320 × 240 Pixeln, bedient wird er mit dem Stift. Neu gegenüber dem DS ist das Schiebepad, englisch Circle Pad: ein flacher Analogstick links über dem Steuerkreuz. Dazu kommen Bewegungssensor und Gyrosensor, die Kippen und Drehen erkennen.

Was sonst drinsteckt

  • Prozessor: ARM11 mit zwei Kernen und 268 MHz, dazu ein ARM9, der unter anderem DS-Spiele ausführt.
  • Grafik: PICA200 der japanischen Firma Digital Media Professionals. Er berechnet Licht und Schatten fest in Hardware und spart so Strom.
  • Speicher: 128 MB Arbeitsspeicher, Spiele und Downloads landen auf einer SD-Karte.
  • Kameras: drei Kameras mit je 0,3 Megapixeln. Die zwei äußeren nehmen 3D-Fotos auf.
  • Funk: WLAN für eShop und Online-Spiel, dazu StreetPass und SpotPass.

StreetPass: Begegnungen in der Fußgängerzone

StreetPass war eine der liebsten Funktionen der Fans. Trugen zwei Leute ihren 3DS im Standby-Modus in der Tasche und liefen aneinander vorbei, tauschten die Geräte automatisch Daten aus, etwa Miis oder Spielinhalte. Wer viel in der Bahn oder auf Messen unterwegs war, sammelte so Begegnungen. SpotPass lud über WLAN im Hintergrund Inhalte herunter.

Abwärtskompatibel ist der 3DS zum Nintendo DS: Alle DS-Spiele laufen, außer solche, die den Game-Boy-Advance-Schacht des alten DS brauchen. Einen solchen Schacht hat der 3DS nicht, GBA-Module laufen also nicht.

Nintendo 3DS aufgeklappt mit Schiebepad und 3D-ReglerFoto: Evan-Amos, Wikimedia Commons, gemeinfrei

Modelle und Revisionen

Kein Nintendo-Handheld hat so viele Varianten bekommen. Insgesamt gibt es sechs Modelle. Die Modellnummer steht auf dem Typenschild unter der Akkuabdeckung oder auf der Unterseite. Die Kürzel stammen aus den internen Projektnamen, CTR steht für den ursprünglichen 3DS.

ModellRelease EuropaStartpreis3DC-Stick, ZL/ZRDisplayAkkuNetzteil im Karton
3DS (CTR-001)25.03.2011meist 249 €janeinTNCTR-003, 1.300 mAhja, mit Ladestation
3DS XL (SPR-001)28.07.2012rund 200 €janeinTN, Bildschirme rund 90 % größerSPR-003, 1.750 mAhnein
2DS (FTR-001)12.10.2013rund 130 €neinneinTN, ein durchgehendes PanelCTR-003, 1.300 mAhja
New 3DS (KTR-001)13.02.2015169,99 €ja, Super-Stable-3DjaTNKTR-003, 1.400 mAhnein
New 3DS XL (RED-001)13.02.2015199,99 €ja, Super-Stable-3DjaTN oder IPS, je nach GerätSPR-003, 1.750 mAhnein
New 2DS XL (JAN-001)28.07.2017rund 150 €neinjaTNCTR-003, 1.300 mAhje nach Paket, prüfen

Startpreise: Nintendo legt in Europa keine verbindlichen Preise fest. 249 € laut GamePro (Amazon-Vorbestellung), 3DS XL laut WinFuture rund 200 €, 2DS laut GamePro rund 130 €, New 3DS und New 3DS XL laut Wikipedia, New 2DS XL laut Notebookcheck rund 150 €. Akkus laut Nerdly Pleasures, Displays laut ConsoleMods Wiki.

3DS XL und 2DS

Der 3DS XL erschien am 28. Juli 2012 in Japan und Europa. Seine Bildschirme sind rund 90 Prozent größer, der obere misst 4,88 Zoll statt 3,53 Zoll. Der Akku hält länger, das Gehäuse liegt besser in großen Händen. Die Auflösung blieb gleich, das Bild wirkt deshalb etwas gröber. In Europa und Japan lag kein Netzteil bei. Nintendo ging davon aus, dass viele Käufer schon eins vom DSi oder 3DS hatten.

Der 2DS vom 12. Oktober 2013 sieht ganz anders aus: ein flacher Keil ohne Klappmechanismus, beide Bildschirme sitzen auf einem durchgehenden Panel. 3D gibt es nicht, und statt Stereo nur einen Mono-Lautsprecher. Statt des Zuklappens schickt ihn ein Schieber in den Standby. Nintendo baute ihn vor allem für jüngere Kinder, denen das Unternehmen vom 3D-Effekt abriet.

New 3DS und New 3DS XL

Die New-Modelle sind die größte Überarbeitung. In Europa erschienen sie am 13. Februar 2015, eine Botschafter-Edition des New 3DS XL schon am 6. Januar 2015. Neu sind:

  • Super-Stable-3D: Die Frontkamera verfolgt dein Gesicht und passt das 3D-Bild an. Du darfst den Kopf also etwas bewegen, ohne dass das Bild verschwimmt.
  • C-Stick und ZL/ZR: ein kleiner Knubbel rechts über den Tasten als zweiter Stick, dazu zwei zusätzliche Schultertasten. Vorher brauchtest du dafür das Zubehör Schiebepad Pro.
  • Mehr Leistung: vier Prozessorkerne mit 804 MHz und 256 MB Arbeitsspeicher. Spiele laden schneller, und einige laufen nur hier, etwa Xenoblade Chronicles 3D.
  • NFC: Ein Leser unter dem Touchscreen erkennt amiibo-Figuren.
  • microSD: Statt großer SD-Karten nehmen die New-Modelle microSD-Karten.

Der kleine New 3DS hat wechselbare Cover für Vorder- und Rückseite und farbige Tasten im Stil des Super Nintendo. Er ist das seltenste New-Modell, in Nordamerika kam er erst im September 2015 und nur kurz. Beim New 3DS XL hat Nintendo bei den Displays verschiedene Lieferanten genutzt. Manche Geräte haben oben, unten oder auf beiden Bildschirmen ein IPS-Panel mit besseren Blickwinkeln, die meisten ein TN-Panel. Von außen erkennst du das nicht. Sammler sprechen deshalb von der IPS-Lotterie, mehr dazu in der Kaufberatung.

New 2DS XL

Das letzte Modell kam am 28. Juli 2017. Der New 2DS XL hat die Technik des New 3DS XL, aber kein 3D. Er ist klappbar, leichter und günstiger. Er erschien nach dem Start der Switch und zeigt, dass Nintendo den 3DS noch lange als günstigen Einstieg sah.

Sondereditionen

Zu fast jedem großen Spiel gab es eine passende Konsole. Laut deutscher Wikipedia zählen dazu unter anderem 3DS-XL-Editionen zu New Super Mario Bros. 2, Animal Crossing, Pokémon X und Y, Fire Emblem und Super Smash Bros., beim New 3DS etwa zu Majora's Mask 3D und Monster Hunter 4 Ultimate. Später kamen New-3DS-XL-Editionen im Super-Nintendo-Design, im Hyrule-Design und zu Fire Emblem Fates dazu.

3DS XL The Legend of Zelda: A Link Between Worlds

Eine der schönsten Editionen erschien in Europa am 22. November 2013, am selben Tag wie das Spiel. Das Gehäuse ist halb schwarz, halb gold. Außen prangt das doppelte Triforce-Symbol aus Hyrule und Lorule, also der hellen und der dunklen Welt des Spiels. Klappst du das Gerät auf, ist das Innere komplett gold mit schwarzen Tasten. Das Spiel lag als Download-Version bei, ein Modul gab es im Paket nicht. In Großbritannien kostete das Paket 199,99 Pfund.

Heute ist die Edition gefragt. PriceCharting führt sie unter den teuersten PAL-3DS-Geräten, komplett mit Karton deutlich über einem normalen 3DS XL. Wichtig für Sammler: Ob das Spiel noch auf dem Gerät ist, spielt für den Wert eine Rolle. Seit der eShop-Schließung kann man es nicht mehr digital kaufen, und seit dem 3. April 2023 lassen sich auch keine Download-Codes mehr einlösen. Ein ungenutzter Code aus einem ungeöffneten Karton ist damit heute nur noch ein Stück Papier.

Verkaufszahlen: Welt, Europa, Deutschland

Nintendo nennt für die gesamte 3DS-Familie weltweit 75,94 Millionen verkaufte Geräte. Die Zahl steht seit Ende 2022 fest und wird auch im Juni 2026 noch so auf Nintendos Investorenseite geführt. Dazu kommen 392,31 Millionen verkaufte Spiele. Alle sechs Modelle sind zusammengezählt. Zum Vergleich: Der Vorgänger Nintendo DS kam auf rund 154 Millionen, er war also fast doppelt so erfolgreich.

Zwei Teilzahlen nennt Wikipedia für einzelne Modelle: Die New-Modelle kamen auf 14,74 Millionen, der 2DS bis März 2019 auf 10,29 Millionen.

Europa

Eine Gesamtzahl nur für Europa veröffentlicht Nintendo nicht. Belegt sind Zwischenstände: 303.000 Geräte am Startwochenende und laut deutscher Wikipedia etwa 300.000 bis Mai 2011.

Deutschland

Auch für Deutschland gibt es keine offizielle Endzahl. Wir haben bei Nintendo, beim Branchenverband game und in der Fachpresse gesucht. Belastbar sind nur Zwischenstände: rund 50.000 Geräte an den ersten zwei Verkaufstagen und 900.000 Geräte bis August 2012. Die zweite Zahl nannte Nintendo-Deutschland-Manager Bernd Fakesch damals dem Magazin Focus. Statista führt Jahreszahlen für Deutschland nur hinter einer Bezahlschranke. Wir schätzen deshalb keine Gesamtzahl.

Spiele: Über 1.800 Titel und die Top 10

Die englische Wikipedia listet 1.807 Spiele für den 3DS. Das sind alle Regionen zusammen, Module und reine eShop-Spiele. Wie viele davon in Europa auf Modul erschienen, weist die Liste nicht aus. Eine offizielle Zahl von Nintendo haben wir nicht gefunden. 59 Spiele haben laut Wikipedia mindestens eine Million Exemplare verkauft.

PlatzSpielErschienenVerkauft weltweit
1Mario Kart 7201118,99 Mio.
2Pokémon X und Y201316,80 Mio.
3Pokémon Sonne und Mond201616,34 Mio.
4Pokémon Omega Rubin und Alpha Saphir201414,68 Mio.
5New Super Mario Bros. 2201213,42 Mio.
6Animal Crossing: New Leaf201213,07 Mio.
7Super Mario 3D Land201112,89 Mio.
8Super Smash Bros. for Nintendo 3DS20149,65 Mio.
9Pokémon Ultrasonne und Ultramond20179,28 Mio.
10Tomodachi Life20136,73 Mio.

Quelle: Nintendo Investor Relations, Top Selling Title Sales Units, Nintendo 3DS, Stand 31.03.2026. Erschienen = erste Veröffentlichung weltweit. Die Zahlen enthalten Download-Versionen und Exemplare, die Konsolen beilagen. Nintendo listet nur Spiele, an denen es als Publisher beteiligt war. Yo-kai Watch 2 von Level-5 kam laut Wikipedia auf 7,30 Mio. (Stand Ende 2022) und läge damit auf Platz 10.

Die Liste zeigt, was den 3DS getragen hat: Pokémon stellt allein vier der zehn Plätze. Animal Crossing: New Leaf war für viele der Grund, überhaupt einen 3DS zu kaufen. Und Mario Kart 7 verkaufte sich so gut, dass es oft im Paket mit der Konsole lag.

Teure Sammlerstücke

Die meisten 3DS-Spiele sind gebraucht noch gut zu bekommen. Weil Nintendo den Handheld bis 2020 gebaut hat, sind aber einige späte Titel in kleiner Auflage erschienen. Dazu kommen Limited Editions mit Beilagen. Die Auswahl beschränkt sich auf Spiele großer, etablierter Publisher.

Spiel (PAL)PublisherEuropaWarum gesuchtGrößenordnung komplett
Fire Emblem Fates (Limited Edition)Nintendo2016Alle drei Geschichten auf einem Modul, mit Sammelbeilagengrob 350 US-Dollar
Yo-kai Watch 3Nintendo (Entwicklung Level-5)Dezember 2018Später Titel mit kleiner Auflage, kam erst kurz vor dem Ende des 3DSgrob 250 US-Dollar
Metroid: Samus Returns (Legacy Edition)Nintendo2017Sammeledition zur Neuauflage von Metroid IIgrob 190 US-Dollar
Radiant Historia: Perfect ChronologyAtlus (Europa: Deep Silver)2018Erweiterte Fassung eines DS-Rollenspiels, Erstauflage mit kleinem Artbookgrob 185 US-Dollar
Shin Megami Tensei IV: ApocalypseAtlus (Europa: Deep Silver)2017Spätes Rollenspiel einer Nischenseriegrob 110 US-Dollar
The Legend of Zelda: Majora's Mask 3D (Special Edition)Nintendo2015Sonderausgabe zum Zelda-Klassikergrob 110 US-Dollar
Rhythm Paradise MegamixNintendo2016Kultige Rhythmus-Serie, in Europa nicht in großer Stückzahlgrob 110 US-Dollar

Größenordnungen laut PriceCharting (PAL Nintendo 3DS, Preise in US-Dollar für "komplett", also Modul, Hülle und Beilagen), abgerufen am 30.09.2026. Solche Werte schwanken stark und sagen wenig über den deutschen Markt. Was Spiele hier wirklich bringen, siehst du bei eBay mit dem Filter "Verkaufte Artikel".

PAL, NTSC und die Regionssperre

Beim 3DS zählt die Region doppelt. Erstens hat der 3DS eine Regionssperre: Ein amerikanisches Modul läuft nicht auf einem europäischen Gerät. Für PAL-Sammler sind also nur PAL-Module spielbar. Zweitens erschienen manche Spiele in Europa in anderer Stückzahl oder mit anderen Beilagen als in den USA. Vergleiche deshalb immer Preise für die PAL-Fassung. Bei Limited Editions zählt die Vollständigkeit: Steelbook, Artbook oder Soundtrack-CD machen den Unterschied.

Teurer als die meisten Spiele sind übrigens die Geräte selbst. PriceCharting führt ganz oben Konsolen: seltene Editionen des New 3DS XL, die Botschafter-Edition und Club-Nintendo-Sondermodelle.

eShop und Online-Dienste: Wie die Lichter ausgingen

Der 3DS war stark ans Internet gebunden. Im Nintendo eShop gab es Demos, Download-Spiele und Klassiker für die Virtual Console. Nintendo schaltete das schrittweise ab:

  • 23. Mai 2022: Guthaben lässt sich nicht mehr per Kreditkarte aufladen.
  • 29. August 2022: Ende für eShop-Karten und Guthaben-Codes.
  • 27. März 2023: Der eShop schließt, neue Käufe sind nicht mehr möglich. Auch Dienste wie die StreetPass Mii Lobby und die Nintendo Badge Arcade enden.
  • 3. April 2023: Download-Codes lassen sich nicht mehr einlösen.
  • 8. April 2024: Ende der Online-Dienste. Online-Spiel und die meisten Online-Funktionen der Spiele sind seitdem weg.

Bereits gekaufte Spiele und Updates lassen sich weiter herunterladen. Pokémon Bank und Poké Transporter liefen nach dem April 2024 noch weiter, Nintendo hat aber gesagt, dass auch das irgendwann enden kann. Verlassen kannst du dich darauf nicht.

Für Sammler heißt das: Alles, was es nur als Download gab, ist für neue Käufer verloren. Das betrifft auch Spiele wie das Zelda der oben genannten Edition, wenn sie nicht mehr auf dem Gerät sind. Genau deshalb heben wir Module und Discs auf, mehr dazu in "Die Disc stirbt. Wir heben sie auf."

Ende, Nachfolger und Vermächtnis

Am 3. März 2017 kam die Nintendo Switch auf den Markt. Nintendo sagte nie, dass sie den 3DS ersetzt. Trotzdem übernahm sie nach und nach seine Rolle, spätestens mit der Switch Lite 2019. Der 3DS lief noch jahrelang als günstiger Einstieg weiter. Am 16. September 2020 bestätigte Nintendo das Produktionsende.

Was vom 3DS bleibt

  • Der letzte Zwei-Bildschirm-Handheld: Mit dem 3DS endete die Linie, die 1980 mit Game & Watch begann und mit dem DS groß wurde.
  • 3D ohne Brille: Kein anderes Massengerät hat diese Technik so weit verbreitet. Nachgefolgt ist ihm darin niemand.
  • Neuauflagen: Klassiker wie Ocarina of Time 3D, Majora's Mask 3D und Metroid: Samus Returns brachten alte Spiele zu einer neuen Generation.
  • Serien, die hier groß wurden: Animal Crossing: New Leaf und Fire Emblem Awakening machten ihre Serien zu Bestsellern, die auf der Switch weiterliefen.

Für Sammler ist der 3DS eine junge, aber dankbare Plattform. Geräte und viele Spiele gibt es noch in großer Zahl, gleichzeitig steigen die Preise für gute Exemplare. Welche Rolle Handhelds wie dieser in unserer Spielekultur haben, liest du in Videospiele als Kultur.

Kaufberatung

Du willst dir einen 3DS holen? Welches der sechs Modelle zu dir passt, wie du die IPS-Lotterie angehst und worauf du bei Scharnier, Display und Akku achten musst, steht in der Kaufberatung zum Nintendo 3DS.

Häufige Fragen zum Nintendo 3DS

Wann kam der 3DS nach Deutschland, und was hat er gekostet?

Am 25. März 2011. Nintendo nannte keinen festen Preis, im Handel kostete er meist 249 Euro. Ab dem 12. August 2011 wurde er um etwa ein Drittel günstiger.

Was war das Botschafter-Programm?

Eine Entschädigung für frühe Käufer nach der Preissenkung. Wer bis zum 11. August 2011 den eShop besucht hatte, bekam zehn NES- und zehn Game-Boy-Advance-Spiele geschenkt.

Wie viele 3DS wurden verkauft?

Laut Nintendo 75,94 Millionen Geräte aller Modelle weltweit. Für Deutschland gibt es keine offizielle Gesamtzahl, belegt sind 900.000 Geräte bis August 2012.

Ist der 3DS schon eine Retro-Konsole?

Er ist ein Grenzfall. Er erschien 2011 und gehört zur 8. Generation. Weil Produktion, eShop und Online-Dienste aber beendet sind, behandeln ihn Sammler längst wie eine Retro-Konsole.

Kann ich im 3DS-eShop noch Spiele kaufen?

Nein. Der eShop ist seit dem 27. März 2023 geschlossen. Bereits gekaufte Spiele kannst du aber weiterhin herunterladen.

Quellen