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Geschichte · Sega Game Gear

Der Sega Game Gear: Ein Master System für unterwegs

1990 schickte Sega seinen Farb-Handheld gegen den Game Boy ins Rennen. Der Game Gear hatte ein beleuchtetes Farbdisplay, einen TV-Tuner als Zubehör und konnte mit Adapter sogar Master-System-Module spielen. Dafür fraß er sechs Batterien in wenigen Stunden. Hier liest du, wie der Game Gear entstand, welche Versionen es gibt, wie oft er verkauft wurde und welche PAL-Module heute richtig Geld kosten.

Stand 30.09.2026 · ca. 16 Min. Lesezeit
06.10.1990Start in Japan, Europa folgte 1991
10,62 Mio.verkauft bis März 1996, insgesamt rund 14 Mio.
365Spiele laut Wikipedia-Liste
1990 · Sega · 8 BitGame Gear
Foto Sega Game Gear: Evan-Amos, Wikimedia Commons, gemeinfrei

Steckbrief

HerstellerSega, Codename "Project Mercury"
Generation4. Konsolen-Generation, Handheld
Japan6. Oktober 1990, 19.800 Yen
NordamerikaApril 1991, 149,99 Dollar
Europa1991 (Wikipedia: April 1991), Großbritannien 99,99 Pfund
Deutschland1991, laut deutscher Wikipedia 299 DM
ProzessorZilog Z80, 8 Bit, rund 3,58 MHz
Speicher8 KB Arbeitsspeicher, 16 KB Videospeicher
Display3,2 Zoll, 160 × 144 Pixel, 32 von 4.096 Farben gleichzeitig, hintergrundbeleuchtet
Strom6 × AA, etwa 3 bis 5 Stunden, oder Netzteil
Verkauft10,62 Millionen bis März 1996, insgesamt rund 14 Millionen
Spiele365 laut Wikipedia-Liste
EndeJapan 1996, offiziell weltweit 1997, Neuauflage in Nordamerika bis 2002

Entstehung: Project Mercury gegen den Game Boy

1989 brachte Nintendo den Game Boy heraus, und der Erfolg war gewaltig. Sega hatte zu diesem Zeitpunkt keinen Handheld im Angebot. Firmenchef Hayao Nakayama entschied, dass Sega einen eigenen tragbaren Konkurrenten bauen sollte. Das Projekt lief intern unter dem Codenamen "Project Mercury".

Hideki Sato, der lange Segas Hardware-Entwicklung leitete, beschrieb später den Antrieb: Das monochrome Display des Game Boy sei für Sega eine Herausforderung gewesen, einen eigenen Farb-Handheld zu bauen. Genau da wollte Sega punkten. Grau gegen Farbe, dunkel gegen beleuchtet.

Weil Sega hinter Nintendo herlief, musste es schnell gehen. Die Entwickler bauten den Game Gear deshalb auf der Technik des Master System auf. Das Master System war Segas 8-Bit-Heimkonsole, in Japan als Mark III 1985 gestartet und in Europa seit 1987 im Handel. Der Griff zur bewährten Technik hatte zwei Vorteile. Die Hardware war schnell fertig, und Spiele ließen sich mit wenig Aufwand vom Master System auf den Handheld übertragen. Programmierer nennen das "portieren".

Den Namen "Game Gear" wählte Michael Katz, der damals frisch ernannte Chef von Sega of America. Abgesegnet haben ihn Segas Vorsitzender Isao Okawa und Mitgründer David Rosen.

Quer statt hochkant

Optisch ging Sega einen anderen Weg als Nintendo. Der Game Boy wird hochkant gehalten, der Game Gear quer. Das Steuerkreuz sitzt links, die Knöpfe rechts, das Display in der Mitte. Rückblickend loben viele Tests diese Form als ergonomischer. Der Preis dafür war die Größe: 210 × 113 × 38 Millimeter und laut deutscher Wikipedia rund 400 Gramm. In die Hosentasche passte er kaum.

Handhelds im Museum, darunter Game Boy, Game Gear und Atari LynxFoto: A7N8X, Wikimedia Commons, gemeinfrei (CC0)

Der Start 1990 und 1991

In Japan kam der Game Gear am 6. Oktober 1990 in die Läden und kostete 19.800 Yen. Zum Start gab es sechs Spiele. Eines davon war Columns, ein Puzzlespiel mit fallenden Edelsteinen, das als Segas Antwort auf Tetris galt und auch als Beigabe im Karton lag.

Nordamerika und Europa folgten im April 1991. In den USA kostete der Game Gear 149,99 Dollar. In Großbritannien setzte der Vertrieb Virgin Mastertronic 99,99 Pfund fest. Damit lag er preislich zwischen dem Game Boy und dem Atari Lynx. Weil sich der Start verzögerte, zahlten manche Importeure vorher bis zu 200 Pfund pro Gerät. Australien bekam den Game Gear erst 1992.

Was kostete der Game Gear in Deutschland?

Die deutsche Wikipedia nennt einen Startpreis von 299 DM. Eine zeitgenössische Quelle, etwa eine Anzeige oder ein Test aus einem Magazin von 1991, haben wir dafür nicht gefunden. Den genauen Tag des deutschen Starts konnten wir ebenfalls nicht belegen. Die Wikipedia schreibt nur "1991" für Europa. Zum Vergleich: Der Game Boy kostete in Deutschland 1990 laut unserem Game-Boy-Artikel 169 DM. Die deutsche Wikipedia fasst es so zusammen: Der Game Gear war doppelt so teuer wie der Game Boy.

Werbung mit harten Bandagen

In Nordamerika setzte Sega auf vergleichende Werbung. Die Anzeigen stellten den Game Gear direkt neben den Game Boy. Eine Anzeige von 1994 behauptete sinngemäß, nur wer farbenblind sei und einen IQ unter 12 habe, dem sei egal, welchen Handheld er besitze. Nintendo versuchte daraufhin, Proteste gegen Sega zu organisieren, weil die Werbung Menschen mit Behinderung beleidige. Sega-of-America-Chef Tom Kalinske konterte, Nintendo solle lieber seine Produkte verbessern. Auf die Verkäufe hatte der Streit kaum Einfluss. In Großbritannien lief der Game Gear mit dem Slogan "To be this good takes Sega".

Technik: Ein tragbares Master System

Im Kern ist der Game Gear ein Master System im Handheld-Gehäuse. Das Computerspielemuseum Berlin beschreibt ihn genau so. Der wichtigste Unterschied steckt in den Farben: Der Game Gear kann aus einer Palette von 4.096 Farben wählen, das Master System nur aus 64. Gleichzeitig darstellen können beide 32 Farben.

Prozessor und Speicher

Als Prozessor arbeitet ein Zilog Z80 mit 8 Bit und rund 3,58 MHz. Das ist derselbe Prozessortyp wie im Master System. Dazu kommen 8 KB Arbeitsspeicher und 16 KB Videospeicher (VRAM). Im VRAM liegen die Grafikdaten, die gerade auf dem Bildschirm zu sehen sind.

Das Display

Das LCD misst 3,2 Zoll in der Diagonale und zeigt 160 × 144 Pixel. Hinter dem Display sitzt eine kleine Leuchtstoffröhre, im Fachjargon CCFL (Cold Cathode Fluorescent Lamp). Sie macht das Bild auch im Dunkeln sichtbar. Das war 1990 ein echtes Verkaufsargument, denn auf dem Game Boy musstest du eine Lampe in der Nähe haben. Die Röhre ist aber auch einer der Hauptgründe für den hohen Stromverbrauch.

Ton

Für den Ton sorgt ein Soundchip vom Typ Texas Instruments SN76489, ein sogenannter PSG (Programmable Sound Generator). Er erzeugt einfache Rechteckwellen und Rauschen. Der eingebaute Lautsprecher spielt nur Mono. Über den Kopfhörerausgang bekommst du Stereo.

Batterien: das große Manko

Der Game Gear braucht sechs AA-Batterien. Damit kommt er laut Wikipedia auf 3 bis 5 Stunden. Die deutsche Wikipedia nennt rund fünf Stunden, beim Game Boy waren es durchschnittlich 14 Stunden und mehr. Sega brachte später zwei Akkupacks heraus, um das Problem zu entschärfen. Wer viel spielte, hing trotzdem am Netzteil.

Reparatur

Die Elektrolytkondensatoren im Game Gear altern und laufen aus. Das ist der Grund für dunkle Bilder, fehlenden Ton und Geräte, die gleich wieder ausgehen. Wie du das behebst, Schritt für Schritt und mit allen Board-Versionen, steht im Game Gear Recap.

Modelle und Varianten

Von außen sieht fast jeder Game Gear gleich aus. Die Modellnummer lautet immer 2110, ergänzt um ein Kürzel für Region oder Version. Europäische Geräte tragen zum Beispiel die Nummer MK-2110-50. Innen hat Sega die Platine mehrmals überarbeitet. Diese Revisionen heißen VA0, VA1, VA4 und VA5. Die Details und wie du sie erkennst, stehen im Recap-Artikel. Hier die Kurzfassung.

VersionZeitraumRegionWas anders ist
2110, Platine VA01990 bis 1993alle"Twin ASIC": zwei große Spezialchips, eigener Z80-Prozessor. Frühe Geräte mit ganz flacher Displayscheibe
2110, Platine VA11992 bis 1996alle"Single ASIC": Prozessor und Grafik in einem Chip. Letzte Version für Europa und Japan
2110K, Platine VA41993 bis 1996nur Nordamerikaanderer Hauptchip, Bauteile umgesetzt, eigenes Display
2110G, Platine VA51994 bis 1996nur NordamerikaBeleuchtungsschaltung verlegt, andere Steckverbinder, eigenes Display
Majesco-Neuauflage (2110G)2000/2001 bis 2002NordamerikaBudget-Version für 29,99 Dollar, schwarzer statt roter Einschalter, Papieraufkleber
Kids Gearnicht belegtnur JapanVariante für Kinder
Game Gear Micro2020nur JapanMini-Nachbau zum 60. Sega-Jubiläum, je vier Spiele fest eingebaut

Zeiträume und Regionen laut ConsoleMods Wiki, Majesco und Kids Gear laut Wikipedia. Für die Majesco-Version nennt Wikipedia das Jahr 2000, ConsoleMods "Anfang 2001". Das erklärt die unterschiedlichen Angaben, die du im Netz findest.

Für dich als Käufer in Deutschland heißt das: Ein hier gekaufter Game Gear hat fast immer eine VA0- oder VA1-Platine. VA4 und VA5 kamen nicht nach Europa.

Farben und Sondereditionen

Der Standard-Game-Gear ist schwarz. Daneben gab es mehrere Farbvarianten, meist als Paket mit einem Spiel oder Zubehör:

  • Blau: In Nordamerika als "Sports"-Variante mit World Series Baseball '95 oder im Paket mit The Lion King.
  • Weiß: Im Paket mit dem TV-Tuner.
  • Rot mit Coca-Cola-Logo: 1994 nur in Japan, im Paket mit dem Jump'n'Run Coca-Cola Kid. Das Logo sitzt unten links auf der Front. Heute ein gesuchtes Sammlerstück.

Die Majesco-Neuauflage

Jahre nach dem offiziellen Ende holte der US-Publisher Majesco den Game Gear mit Lizenz von Sega zurück. Er kostete nur noch rund 30 Dollar, die Spiele etwa 15 Dollar. Verkauft wurde er laut ConsoleMods bei Toys "R" Us und in Discountern. Erkennbar ist er am komplett schwarzen Gehäuse, dem schwarzen Einschalter und den einfarbigen Ovalen auf der Displayscheibe. Beim Original sind sie dreifarbig. Ein Haken: Der TV-Tuner und manche Master-System-Adapter laufen auf dem Majesco-Gerät nicht. 2002 war Schluss.

Game Gear Micro (Fußnote)

Zum 60. Geburtstag von Sega erschien am 6. Oktober 2020, genau 30 Jahre nach dem Original, der Game Gear Micro. Er kam nur in Japan heraus, kostete 4.980 Yen und misst gerade einmal 80 × 43 × 20 Millimeter. Es gab vier Farben, jede mit vier fest eingebauten Spielen. Schwarz hat zum Beispiel Sonic the Hedgehog, Out Run, Puyo Puyo Tsu und Royal Stone. Module kannst du nicht einstecken. Mit einem echten Game Gear hat der Micro also nur das Aussehen gemeinsam.

Zubehör: TV-Tuner, Master Gear und Lupe

Beim Zubehör war Sega erfinderisch. Einige Teile sind heute begehrte Sammlerstücke.

TV-Tuner

Das bekannteste Zubehör machte den Game Gear zum Taschenfernseher. Der TV-Tuner steckte im Modulschacht, hatte eine ausziehbare Antenne und ein Drehrad für die Kanäle. In Großbritannien kostete er 74,99 Pfund, in den USA 49,99 Dollar. Die Tuner waren an die Fernsehnormen ihrer Region angepasst. Über eine 3,5-mm-Buchse konnte man außerdem einen Videorekorder oder eine Kamera anschließen.

Heute empfängt der Tuner in Deutschland nichts mehr. Das analoge Antennenfernsehen wurde hier bis zum 2. Dezember 2008 vollständig abgeschaltet. Die AV-Buchse funktioniert aber weiter. Damit taugt der Tuner als kleiner Monitor für Geräte mit analogem Videoausgang.

Master Gear Converter

Weil der Game Gear technisch ein Master System ist, reicht ein Adapter, um Master-System-Module zu spielen. Der Master Gear Converter wird in den Modulschacht gesteckt und nimmt oben das große Master-System-Modul auf. Damit wächst die Spieleauswahl auf einen Schlag. Ganz perfekt ist das nicht: Das Master System rechnet mit 256 × 192 Pixeln, das Display des Game Gear hat nur 160 × 144. Das Bild muss also verkleinert werden, und kleine Schrift wird schwer lesbar.

Super Wide Gear

Die Super Wide Gear ist eine Lupe, die vor das Display geklemmt wird und das Bild vergrößert. Die Idee hat Sega 2020 wieder aufgegriffen: Beim Game Gear Micro lag eine Mini-Lupe namens Big Window Micro bei.

Weiteres Zubehör

  • Gear-to-Gear Cable: Verbindungskabel für zwei Spieler, in Japan "VS Cable" genannt.
  • Car Adapter: Strom aus dem Zigarettenanzünder im Auto.
  • Akkupacks: Sega brachte zwei Varianten heraus.
  • Netzteil: Das mitgelieferte Netzteil MK-2103-1 liefert laut Gametrog 10 Volt bei 0,85 Ampere. Mehr dazu in der Kaufberatung.
Game Gear mit eingestecktem TV-TunerFoto: Evan-Amos, Wikimedia Commons, gemeinfrei

Verkaufszahlen: zwei Werte und ein Problem

Beim Game Gear kursieren zwei Zahlen. Laut Wikipedia hatte Sega bis März 1996 10,62 Millionen Geräte verkauft, davon 1,78 Millionen in Japan. Für die gesamte Laufzeit nennt Wikipedia rund 14 Millionen. Diese höhere Zahl stammt unter anderem von Hideki Sato, der rückblickend von 14 Millionen verkauften Geräten sprach. Die Zeitschrift GamePro schrieb 2008 von rund 11 Millionen.

Warum die Unterschiede? Die 10,62 Millionen sind ein Stand von März 1996. Danach lief der Verkauf in Teilen der Welt noch weiter, dazu kam die Majesco-Neuauflage in den USA. Eine offizielle, von Sega veröffentlichte Endabrechnung haben wir nicht gefunden. Die 14 Millionen sind deshalb ein Rückblick ohne offizielle Bilanz dahinter. Wir nennen beide Werte und sagen dazu, woher sie kommen.

Erfolg oder Flop?

Das hängt vom Vergleich ab. Den Atari Lynx und den TurboExpress von NEC hat der Game Gear klar geschlagen. Gegen den Game Boy hatte er keine Chance: Nintendo verkaufte etwa zehnmal so viele Geräte. GamePro setzte den Game Gear 2008 auf Platz 10 der "schlechtestverkauften Handhelds aller Zeiten", räumte aber ein, dass rund 11 Millionen Geräte ein kommerzieller Erfolg sind. Hideki Sato sagte es so: Der Game Gear habe einen ordentlichen Marktanteil erobert, aber weil der Game Boy so durchschlagend war, habe man den eigenen Erfolg trotzdem als Misserfolg gesehen.

Europa und Deutschland

In Europa lief es besser als in Japan. Laut Wikipedia stieg der Marktanteil des Game Gear in Großbritannien von 16 Prozent im Januar 1992 auf 40 Prozent im Dezember 1992. Für Deutschland haben wir keine belastbare Verkaufszahl gefunden, weder vom Branchenverband noch von Sega oder aus der Fachpresse der Zeit. Die deutsche Wikipedia nennt ebenfalls keine Zahl. Wir schätzen hier nichts.

Zahlen: Wikipedia (englisch) mit Verweis auf Sega-Angaben, GamePro 2008 und Hideki Sato. Stand der Sega-Zahl: März 1996.

Spiele: Wie viele und welche

Die englische Wikipedia listet 365 Spiele für den Game Gear. Die deutsche Wikipedia spricht von "mehr als 300". Zum Vergleich: Für den Game Boy erschienen über 1.000 Spiele. Ein großer Teil der Game-Gear-Bibliothek sind Umsetzungen von Master-System-Spielen. Das lag an der fast gleichen Technik und am querformatigen Bildschirm.

Spannend für Sammler in Deutschland: Einige Spiele erschienen nur in Europa. Dazu gehören zum Beispiel Die Schlümpfe und Die Schlümpfe auf Weltreise von Infogrames, Tim und Struppi in Tibet, Sensible Soccer, Ernie Els Golf und Dropzone von Codemasters sowie The Ottifants.

Die meistverkauften Spiele

Hier müssen wir ehrlich sein: Eine belastbare Top 10 der meistverkauften Game-Gear-Spiele gibt es nicht. Sega hat für den Game Gear keine Verkaufszahlen pro Spiel veröffentlicht, und auch die Wikipedia führt keine solche Liste. Belegt ist genau eine Zahl.

SpielJahrVerkauftQuelle
Sonic the Hedgehog 21992über 400.000Wikipedia, als meistverkauftes Game-Gear-Spiel

Statt einer erfundenen Rangliste zeigen wir dir die Spiele, die Kritiker und Fans bis heute als die wichtigsten nennen. Das ist eine Auswahl, keine Verkaufsliste.

SpielJahr (Europa)Warum wichtig
Columns1991Startspiel und Beigabe, Segas Puzzle-Antwort auf Tetris
Sonic the Hedgehog1991Eigene 8-Bit-Fassung mit anderen Levels als auf dem Mega Drive
Sonic the Hedgehog 21992Meistverkauftes Game-Gear-Spiel (über 400.000)
The G.G. Shinobi1991Eigenständiges Ninja-Spiel, von Wikipedia als Höhepunkt genannt
Land of Illusion Starring Mickey Mouse1993Laut GamesRadar+ das beste Game-Gear-Spiel
Sonic Chaos1993Schnelles Sonic mit Tails als spielbarer Figur
Sonic Triple Trouble1994Eigenes Sonic-Abenteuer mit Knuckles
Space Harrier1991Arcade-Umsetzung, von Wikipedia als Höhepunkt genannt

Erscheinungsjahre laut Wikipedia-Liste der Game-Gear-Spiele, Sonic the Hedgehog laut Wikipedia-Artikel zum Spiel (Europa: 18. November 1991). Die Auswahl ist eine Redaktionsauswahl.

Teure Sammlerstücke

Die meisten Game-Gear-Spiele sind günstig zu haben. Ein paar PAL-Module kosten aber richtig Geld, vor allem späte Titel aus den Jahren 1995 und 1996, als der Game Gear schon auslief, und Spiele, die nur in Europa erschienen. Hier eine Auswahl von Spielen großer Publisher der damaligen Zeit.

SpielPublisherPALWarum gesuchtGrößenordnung lose / komplett
Sonic BlastSega1996spätes Sonic, kleine Auflageum 200 / um 1.500 Dollar
Power Strike IISega1993Shooter von Compile, nicht in Nordamerikaum 180 / um 500 Dollar
Galaga 2 (Galaga '91)Sega (Europa)1993Namco-Klassiker, nicht in Nordamerikaum 200 / um 1.000 Dollar
Power DriveU.S. Gold1995nur in Europa erschienenum 250 / um 550 Dollar
Mortal Kombat 3Acclaim1995auf dem Game Gear nur in Europaum 80 / um 200 Dollar
Tails AdventureSega1995spätes Sonic-Spin-offum 75 / um 300 Dollar
RistarSega1995spätes Jump'n'Runum 55 / um 180 Dollar

Dollarwerte: PriceCharting, PAL-Ausgaben, abgerufen Anfang Oktober 2026, gerundet. Publisher und Erscheinungsjahre laut Wikipedia-Liste der Game-Gear-Spiele. PriceCharting wertet abgeschlossene Verkäufe aus. Bei seltenen Spielen gibt es nur wenige davon, die Werte schwanken dann stark.

Die Preise sind nur ein Anhaltspunkt. Was ein Spiel in Deutschland gerade wirklich bringt, siehst du bei eBay mit dem Filter "Verkaufte Artikel". Achte dabei genau auf die Region: Eine PAL-Fassung und eine US-Fassung (NTSC) desselben Spiels können sehr unterschiedlich viel kosten. Spielen kannst du beide, denn der Game Gear hat praktisch keine Regionssperre. Mehr dazu in der Kaufberatung. Wie du auf dem Flohmarkt echte Schnäppchen findest, steht im Flohmarkt-Check.

Ende, Nomad und Vermächtnis

In Japan beendete Sega den Game Gear 1996. Weltweit lief die offizielle Unterstützung am 30. April 1997 aus. Ein geplanter 16-Bit-Nachfolger wurde gestrichen. Stattdessen kam 1995 der Nomad, ein tragbares Mega Drive, das nur in Nordamerika erschien. Sega sagte damals, beide Geräte könnten nebeneinander bestehen. Einen echten Nachfolger für den Game Gear gab es also nie. In Nordamerika verlängerte die Majesco-Neuauflage das Leben des Game Gear noch bis 2002.

Was bleibt

Der Game Gear zeigte als einer der ersten Handhelds, dass Farbe und Licht unterwegs funktionieren. Er tat das allerdings zu einem Preis, den viele nicht zahlen wollten: sechs Batterien statt vier wie beim Game Boy, viel kürzere Laufzeit, ein größeres Gehäuse. Das Magazin Retro Gamer schrieb, von allen Handhelds, die gegen Nintendo antraten und verloren, habe der Game Gear am längsten durchgehalten. Bei den Verkäufen habe ihn erst die Sony PSP übertroffen.

Ab März 2011 brachte Sega Game-Gear-Spiele auf die Virtual Console des Nintendo 3DS. Die Umsetzung stammte vom Studio M2. Seit dem 27. März 2023 kannst du im 3DS-eShop aber nichts mehr kaufen. Wer heute Game Gear spielen will, braucht also wieder Original-Hardware. Und das bedeutet fast immer: neue Kondensatoren. Warum wir alte Module trotzdem lieber im Regal haben als in einem Online-Shop, erklärt unser Artikel "Die Disc stirbt. Wir heben sie auf."

Selbst einen kaufen?

Worauf du beim Kauf achten musst, warum fast jeder Game Gear einen Recap braucht, was es mit Display, Lautsprecher und Batteriefach auf sich hat und welche Spiele sich für den Einstieg lohnen, steht in unserer Kaufberatung zum Game Gear.

Häufige Fragen zum Game Gear

Wann kam der Game Gear nach Deutschland?

1991. Die Wikipedia nennt April 1991 für Nordamerika und Europa. Einen genauen Starttag für Deutschland haben wir nicht belegt gefunden. Der Startpreis lag laut deutscher Wikipedia bei 299 DM.

Wie oft wurde der Game Gear verkauft?

Bis März 1996 laut Sega 10,62 Millionen Mal, davon 1,78 Millionen in Japan. Für die ganze Laufzeit wird meist rund 14 Millionen genannt. Eine offizielle Zahl für Deutschland gibt es nicht.

Wie lange halten die Batterien?

Mit sechs AA-Batterien etwa 3 bis 5 Stunden. Das liegt vor allem an der Hintergrundbeleuchtung. Heute nutzen viele Spieler Akkus oder das Netzteil.

Kann der Game Gear Master-System-Spiele abspielen?

Ja, mit dem Master Gear Converter. Der Adapter wird in den Modulschacht gesteckt. Auf der Majesco-Neuauflage laufen allerdings manche Master-System-Adapter nicht.

Funktioniert der TV-Tuner heute noch?

Für Fernsehen nicht mehr, denn das analoge Antennenfernsehen ist in Deutschland seit Dezember 2008 abgeschaltet. Über die AV-Buchse kannst du aber weiterhin ein analoges Videosignal einspeisen.

Warum geht mein Game Gear nicht mehr richtig?

In den allermeisten Fällen sind es die alten Kondensatoren. Typisch sind ein dunkles Bild, leiser Ton oder ein Gerät, das sofort wieder ausgeht. Die Lösung zeigt unser Game Gear Recap.

Quellen