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Geschichte · Game Boy

Der Game Boy: Wie ein grauer Ziegel die Welt eroberte

1989 brachte Nintendo ein Gerät heraus, das schon beim Start altmodisch wirkte: grünliches Display, keine Farbe, kein Licht. Trotzdem ließ der Game Boy jede Konkurrenz hinter sich. Hier liest du, wer ihn erfunden hat, warum Tetris im Karton lag, wie Pokémon ihm ein zweites Leben schenkte, was Pocket, Light und Color unterscheidet und welche Module heute richtig teuer sind.

Stand 30.09.2026 · ca. 25 Min. Lesezeit
28.09.1990Start in Deutschland, für 169 DM
118,69 Mio.Game Boy und Game Boy Color zusammen (Nintendo)
1.043Game-Boy-Spiele weltweit, dazu 915 für den Color
1989 · Nintendo · 8 BitGame Boy
Foto Game Boy: Evan-Amos (bearbeitet), Wikimedia Commons, gemeinfrei

Steckbrief

Entwickelt vonNintendo R&D1 unter Gunpei Yokoi und Satoru Okada
Japan21. April 1989, 12.500 Yen
Nordamerika31. Juli 1989, 89,99 Dollar
Europa28. September 1990, in Großbritannien 69,99 Pfund
Deutschland28. September 1990, 169 DM, mit Tetris
Prozessor8-Bit-Prozessor von Sharp, 4,19 MHz
Speicher8 KB Arbeitsspeicher, 8 KB Videospeicher
Display160 × 144 Pixel, vier Graustufen, ohne Beleuchtung
Strom4 × AA (Mignon), laut Wikipedia bis zu 30 Stunden
Verkauft118,69 Millionen, Game Boy und Game Boy Color zusammen
Produktionsende31. März 2003 (gesamte Familie mit Game Boy Color)

Gunpei Yokoi: Der Mann mit der alten Technik

Ohne Gunpei Yokoi gäbe es keinen Game Boy. Er wurde am 10. September 1941 in Kyoto geboren und studierte Elektrotechnik an der Doshisha-Universität. 1965 fing er bei Nintendo an. Die Firma druckte damals vor allem Hanafuda, traditionelle japanische Spielkarten. Yokoi sollte die Maschinen am Fließband warten.

1966 sah Präsident Hiroshi Yamauchi einen ausfahrbaren Greifarm, den Yokoi zum Spaß für sich selbst gebaut hatte. Yamauchi ließ daraus ein Produkt machen: die Ultra Hand. Sie verkaufte sich gut, und aus dem Wartungstechniker wurde ein Spielzeugentwickler. 1980 folgte die Reihe Game & Watch, kleine LCD-Spiele mit eingebauter Uhr, ein Spiel pro Gerät. Wie es damit losging, liest du in Wie alles begann.

Yokoi hatte eine Arbeitsweise, die er selbst "laterales Denken mit abgelagerter Technik" nannte, auf Englisch meist "Lateral Thinking with Withered Technology". Gemeint ist: Nimm ausgereifte, billige Technik und denk dir damit etwas Neues aus. Spiele brauchen keine Spitzentechnik. Wichtiger ist, dass sie Spaß machen. Der Game Boy ist das beste Beispiel für diese Idee.

Game & Watch Donkey Kong II im Multi-Screen-FormatFoto: Museo Nazionale Scienza e Tecnologia Leonardo da Vinci, Mailand, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Die Entwicklung: Fast gescheitert am Display

Am 10. Juni 1987 bat Yamauchi um einen Nachfolger für Game & Watch. Die Vorgabe: Er sollte unter 10.000 Yen kosten. Den Auftrag bekam Nintendo R&D1, Yokois Abteilung. Das Innenleben verantwortete Satoru Okada. Er beschrieb die Arbeitsteilung später so: Yokoi habe sich mehr um Design und Bedienung gekümmert, er selbst mehr um die inneren Systeme.

Am Anfang waren sich die beiden nicht einig. Yokoi wollte ein einfaches Gerät. Okada drängte auf austauschbare Module. Am Ende kamen die Module, und aus dem Game-&-Watch-Nachfolger wurde eine echte Konsole zum Mitnehmen.

Das größte Problem war das Display. Die ersten Bildschirme von Sharp zogen starke Schlieren, bewegte Figuren verschwammen. Im Sommer 1988 stoppte Yamauchi das Projekt, weil man auf dem Display zu wenig erkannte. Yokoi gab nicht auf und besorgte einen Prototyp mit einem STN-Display. STN steht für Super Twisted Nematic, eine LCD-Bauart mit besserem Kontrast. Drei Monate später war das Projekt wieder genehmigt.

Der interne Name lautete Dot Matrix Game, kurz DMG. Das Kürzel steckt bis heute in der Modellnummer DMG-01 und in den Codes auf den Modulen. Das Preisziel hat Nintendo übrigens verfehlt. Im Laden kostete der Game Boy 12.500 Yen.

Farbe und Beleuchtung hatte die Konkurrenz bald zu bieten. Das Team um Yokoi setzte bewusst andere Schwerpunkte: ein niedriger Preis, eine lange Batterielaufzeit und ein robustes Gehäuse. Deshalb bekam der Game Boy ein einfaches Graustufen-Display ohne Licht. Genau diese Entscheidung sollte sich auszahlen.

Der Start in Japan und den USA

Am 21. April 1989 kam der Game Boy in Japan in die Läden. Zum Start gab es vier Spiele: Super Mario Land, das Breakout-artige Alleyway, Baseball und das Mahjong-Spiel Yakuman. Die erste Lieferung von 300.000 Geräten war nach zwei Wochen ausverkauft.

Super Mario Land produzierte Yokoi selbst, Regie führte Okada. Mario ist darin in einem neuen Reich namens Sarasaland unterwegs und rettet Prinzessin Daisy vor dem Außerirdischen Tatanga. Das Spiel ist kurz, aber es zeigte sofort, dass ein echtes Mario-Abenteuer auf den kleinen Bildschirm passt.

In Nordamerika startete der Game Boy am 31. Juli 1989 für 89,99 Dollar. Am ersten Tag gingen rund 40.000 Geräte über den Ladentisch, nach wenigen Wochen war die erste Million erreicht. Mit dabei war ein Spiel, das es in Japan nicht im Karton gab.

Tetris: Das Spiel, das den Game Boy verkaufte

Erfunden hat Tetris der sowjetische Programmierer Alexei Paschitnow. Er schrieb es Mitte der 80er in seiner Freizeit am Rechenzentrum der Akademie der Wissenschaften in Moskau. Die Rechte für Handhelds sicherte sich Henk Rogers, der Chef der Firma Bullet-Proof Software.

Nintendo of America wollte dem Game Boy eigentlich Super Mario Land beilegen. Rogers überzeugte Präsident Minoru Arakawa, stattdessen Tetris zu nehmen. Sein Argument: Ein Mario-Spiel verkauft den Game Boy an Jungs. Tetris verkauft ihn an alle.

Rogers setzte sich durch. Tetris lag dem Game Boy laut Wikipedia in jeder Region außer Japan bei. Damit hatte Nintendo ein Spiel im Karton, das auch Erwachsene ansprach. Mit dem Link-Kabel konnten zwei Spieler gegeneinander antreten: Wer Reihen abräumt, schickt dem anderen Müllzeilen von unten ins Feld. Auf dem Game Boy verkaufte sich Tetris über 35 Millionen Mal, die beigelegten Module eingerechnet.

Die Musik schrieb Hirokazu Tanaka. Die bekannteste Melodie, Typ A, basiert auf dem russischen Volkslied Korobeiniki. Wer in den 90ern Game Boy gespielt hat, hat sie beim Lesen dieses Absatzes vermutlich schon im Ohr.

Game Boy im Originalkarton mit TetrisFoto: Michel Ngilen, Wikimedia Commons, CC BY 2.0

Der Game Boy in Deutschland

Nach Deutschland kam der Game Boy am 28. September 1990, wenige Tage vor der Wiedervereinigung. Er kostete 169 DM, Tetris lag im Karton. Zum Start gab es laut ntower vier Spiele: Tetris, Super Mario Land, Alleyway und Baseball.

Zum Vergleich: Das NES kostete in Deutschland zum Start 399 DM. Das Magazin neXGam schreibt, mit 169 DM sei man "im Gegensatz zur Konkurrenz noch im taschengeldfreundlichen Bereich" gewesen. Für ein Kinderbudget waren 169 DM trotzdem eine Menge Geld.

Im Juni 1990 hatte Nintendo in Großostheim bei Aschaffenburg mit Nintendo of Europe eine eigene Europazentrale gegründet. Der Game Boy startete hier also nur wenige Monate später. Für Sammler interessant: Deutsche Ausgaben tragen auf Karton und Modul oft das Kürzel NOE, das für Nintendo of Europe steht. Mehr dazu findest du in der Kaufberatung.

Farbe gegen Ausdauer: Lynx und Game Gear

Der Game Boy hatte schnell Konkurrenz. Atari brachte am 1. September 1989 in Nordamerika den Lynx heraus, mit beleuchtetem Farbdisplay. Er kostete 179,99 Dollar, doppelt so viel wie der Game Boy. Sega folgte mit dem Game Gear, in Japan im Oktober 1990, in Europa im April 1991. Auch er hatte ein beleuchtetes Farbdisplay.

Auf dem Papier war der Game Boy unterlegen. Im Alltag zählte etwas anderes: die Laufzeit. Mit vier AA-Batterien hielt der Game Boy laut Wikipedia bis zu 30 Stunden durch. Der Game Gear brauchte sechs Batterien und kam damit auf 3 bis 5 Stunden, beim Lynx waren es 4 bis 5. Wer eine lange Autofahrt vor sich hatte, wusste, welches Gerät er einpackt.

Das Ergebnis ist eindeutig. Vom Lynx wurden rund 2 Millionen Stück verkauft, vom Game Gear rund 14 Millionen. Der Game Boy verkaufte etwa zehnmal so viel wie der Game Gear. Wenn du den Game Gear trotzdem magst, schau in unseren Game Gear Recap.

Technik: Was im grauen Kasten steckt

Im Game Boy arbeitet ein 8-Bit-Prozessor von Sharp mit 4,19 MHz. Er ähnelt den Klassikern Intel 8080 und Zilog Z80, ist aber eine eigene Variante. Dazu kommen 8 KB Arbeitsspeicher und 8 KB Videospeicher. Das ist wenig, selbst für 1989.

Das Display

Das Display zeigt 160 × 144 Pixel in vier Graustufen, die beim Original grünlich schimmern. Fans sprechen vom Erbsensuppen-Look. Das Bild setzt sich aus Kacheln von 8 × 8 Pixeln zusammen. Dazu kommen bis zu 40 Sprites, also frei bewegliche Figuren. Mehr als 10 davon passen aber nicht in eine Bildzeile. Stehen zu viele Figuren auf einer Höhe, flackern sie. Schnelle Bewegungen ziehen auf dem Original außerdem sichtbare Schlieren.

Der Ton

Der Klang kommt aus vier Kanälen: zwei Rechteckwellen für Melodie und Begleitung, ein Kanal für selbst definierte Wellenformen und ein Rauschkanal für Schlagzeug und Explosionen. Der eingebaute Lautsprecher spielt nur Mono. Über die Kopfhörerbuchse hörst du Stereo. Musiker aus der Chiptune-Szene nutzen den Game Boy bis heute als Instrument.

Die Module

Ein Modul enthält das Spiel auf einem ROM-Chip. Größere Spiele brauchen einen Zusatzchip, den MBC (Memory Bank Controller). Er schaltet zwischen Speicherbereichen hin und her, ähnlich wie die Mapper beim NES. Spiele mit Speicherfunktion haben außerdem einen kleinen Speicherchip und eine Knopfzelle, die ihn mit Strom versorgt. Ist die leer, sind die Spielstände weg. Das betrifft heute viele Module.

Der Logo-Trick

Einen eigenen Sperrchip wie das NES hat der Game Boy nicht. Nintendo nutzte einen anderen Trick. Jedes Modul muss im Kopfbereich das Nintendo-Logo als Bilddaten enthalten. Beim Einschalten zeigt der Game Boy dieses Logo an und prüft es. Stimmt es nicht, bleibt die Konsole hängen. Das Logo, das beim Start herunterscrollt, kommt also aus dem Modul selbst.

Modelle und Revisionen

In 14 Jahren hat Nintendo den Game Boy mehrfach neu aufgelegt. Alle Modelle spielen die grauen Original-Module. Die Unterschiede liegen bei Größe, Display, Batterien und Anschlüssen.

Die vier Handhelds im Überblick

ModellJahrStartpreisDisplayBatterien und LaufzeitBesonderheiten
Game Boy (DMG-01)1989, in Deutschland 199012.500 Yen, 89,99 Dollar, in Deutschland 169 DMgrünliches STN-Display, vier Graustufen, ohne Licht4 × AA, ca. 35 Std.Das graue Original. Kontrastrad, großer Link-Anschluss, 6-Volt-Netzteil.
Game Boy Pocket (MGB-001)19966.800 Yen, 69,99 DollarFSTN, echtes Schwarz-Weiß, weniger Schlieren, ohne Licht2 × AAA, ca. 8 Std.Laut Nintendo 30 Prozent kleiner. Kleinerer Link-Anschluss. Frühe Geräte ohne Betriebslampe, ab 1997 wieder mit.
Game Boy Light (MGB-101)1998, nur Japan6.800 YenFSTN mit Hintergrundlicht, leuchtet blaugrün2 × AA, ca. 12 Std. mit Licht, ca. 20 Std. ohneEinziges klassisches Modell mit Beleuchtung. Nie offiziell außerhalb Japans verkauft.
Game Boy Color (CGB-001)19988.900 Yen, 79,95 Dollarreflektierendes Farb-TFT, bis zu 56 Farben gleichzeitig, ohne Licht2 × AA, ca. 20 Std.Doppelter Takt, viermal so viel Arbeitsspeicher, Infrarot-Port. Spielt als Einziger die durchsichtigen Color-Module.

Startpreise: Japan laut der Sammlerseite maru-chang und Wikipedia, USA laut Wikipedia. Für Pocket und Color haben wir keinen belastbaren Startpreis in D-Mark gefunden, deshalb fehlt er hier. Laufzeiten: japanische Herstellerangaben für Alkali-Batterien, wiedergegeben von maru-chang und Famitsu. Im Alltag sind die Werte oft niedriger. Englische Quellen nennen etwa bis zu 30 Stunden fürs Original und rund 10 Stunden für Pocket und Color.

Game Boy (DMG-01): das Original

Das graue Original ist das größte Modell der Familie. Es läuft mit vier AA-Batterien und hält damit am längsten durch. Das Bild stellst du über ein Kontrastrad ein. Oben sitzt der Schiebeschalter. Legst du ihn um, greift eine kleine Sperre in eine Kerbe am Modul. So sitzt das Modul fest, solange das Gerät läuft. Diese Kerbe spielt später beim Color noch eine Rolle.

In Japan senkte Nintendo den Preis bis 1994 von 12.500 auf 8.000 Yen. 1995 kam die Reihe Play It Loud: gleiche Technik in bunten Gehäusen, etwa rot, gelb, grün, schwarz, weiß oder durchsichtig. Technisch ist jedes dieser Geräte ein DMG-01.

Game Boy Pocket (MGB-001): kleiner und schärfer

Der Pocket kam im Juli 1996 in Japan für 6.800 Yen in die Läden, im September folgten die USA mit 69,99 Dollar. Laut Nintendo ist er 30 Prozent kleiner als das Original. Der größte Fortschritt ist das Display. Es ist ein FSTN-Display, also ein STN-Display mit zusätzlicher Ausgleichsfolie. Es zeigt echtes Schwarz-Weiß statt Grünstich und zieht weniger Schlieren.

Der Preis dafür ist die Laufzeit. Zwei AAA-Batterien reichen laut japanischer Herstellerangabe für etwa acht Stunden, laut Wikipedia für etwa zehn. Der Link-Anschluss ist kleiner, für ein Kabel zum Original brauchst du einen Adapter. Frühe Geräte hatten keine Betriebslampe. Das brachte Kritik ein, und 1997 kam die Lampe zurück. Das Timing passte: Der Pocket erschien wenige Monate nach dem Pokémon-Start in Japan und half laut Wikipedia, die Verkäufe wieder anzukurbeln. Mit dem Start des Color fiel sein Preis in Japan im November 1998 auf 3.800 Yen.

Game Boy Light (MGB-101): Licht, aber nur in Japan

Am 14. April 1998 brachte Nintendo in Japan den Game Boy Light für 6.800 Yen heraus. Das Display entspricht dem des Pocket. Dazu kommt eine Hintergrundbeleuchtung aus einer Leuchtfolie (Elektrolumineszenz), die das Bild blaugrün leuchten lässt. Der Light läuft mit zwei AA-Batterien, mit Licht etwa 12 Stunden, ohne Licht etwa 20.

Nur ein halbes Jahr später kam der Game Boy Color. Der Light blieb ein kurzes Kapitel und erschien nie offiziell außerhalb Japans. Warum Nintendo ihn nicht nach Europa brachte, ist nicht belegt. Es gab ihn in Gold und Silber, dazu kamen Sondermodelle, etwa eine Pokémon-Edition, die nur im Pokémon Center in Tokio verkauft wurde. Heute ist er das seltenste Modell der Familie.

Game Boy Color (CGB-001): der letzte der Familie

Der Color brachte im Herbst 1998 Farbe, einen doppelt so schnellen Prozessormodus, viermal so viel Arbeitsspeicher und einen Infrarot-Port. Er ist das einzige Modell der klassischen Familie, das die durchsichtigen Color-Module spielt. Weil er so wichtig ist, bekommt er weiter unten einen eigenen Abschnitt.

Sonderfall: Super Game Boy

Das Super Game Boy von 1994 ist kein Handheld. Es ist ein Adapter für das Super Nintendo und bringt Game-Boy-Spiele auf den Fernseher. Es steht hier, weil es für viele der erste Weg war, Game-Boy-Spiele groß zu sehen. SGB ist das übliche Sammlerkürzel.

Und danach?

2001 begann mit dem Game Boy Advance eine neue Handheld-Familie. Advance und SP spielen auch deine alten Game-Boy- und Color-Module, der Game Boy Micro nicht mehr. Alles dazu steht in unserem Artikel Game Boy Advance, SP und Micro.

Pokémon: Der zweite Frühling

Mitte der 90er wirkte der Game Boy alt. Dann kam Pokémon. Satoshi Tajiri von Game Freak hatte die Idee schon 1990 bei Nintendo vorgestellt. Inspiriert war sie vom Insektensammeln, seinem Hobby als Kind. Das Link-Kabel wurde zum Herzstück. Tajiri stellte sich vor, wie Daten zwischen zwei verbundenen Game Boys hin und her wandern, und fand die Idee großartig.

Nach rund sechs Jahren Entwicklung erschienen am 27. Februar 1996 in Japan Pocket Monsters Rot und Grün. Nordamerika bekam Rot und Blau am 28. September 1998. In Deutschland lief ab dem 1. September 1999 zuerst die Anime-Serie auf RTL II. Die Spiele folgten Anfang Oktober 1999. Die Gelbe Edition mit Pikachu als Begleiter kam am 16. Juni 2000 nach Europa.

Die Wirkung war enorm. Rot, Grün und Blau verkauften sich über 31 Millionen Mal. Zusammen mit Gelb kommt die erste Generation laut der Wikipedia-Liste auf 45,9 Millionen. Auf den Schulhöfen wurde getauscht, und der Game Boy war plötzlich wieder gefragt.

Die Nachfolger setzten noch einen drauf. Pokémon Gold und Silber kamen am 6. April 2001 nach Europa. Sie hatten eine Uhr im Modul, die Tag und Nacht im Spiel steuert, und liefen auf dem alten Game Boy wie auf dem Color. Pokémon Kristall folgte am 2. November 2001 und lief nur noch auf dem Color.

Gut zu wissen

Pokémon-Module gehören heute zu den am häufigsten gefälschten Game-Boy-Spielen. Woran du Originale erkennst, steht in der Kaufberatung.

Game Boy Color: Farbe für alle

Game Boy ColorGame Boy Color
Foto Game Boy Color: Evan-Amos, bearbeitet von Gunnar.offel, Wikimedia Commons, gemeinfrei

Erste Farb-Prototypen entstanden bei Nintendo schon Anfang der 90er. Einer davon, Project Atlantis, hatte laut englischer Wikipedia ein Farbdisplay und einen starken 32-Bit-Prozessor von Sharp. Die japanische Wikipedia nennt die Gründe, warum daraus nichts wurde: Das Gehäuse wäre zu groß geworden, und ein beleuchtetes Farbdisplay hätte die Batterien viel zu schnell geleert.

1997 sah die Lage anders aus. Farbdisplays, die Umgebungslicht reflektieren und keine eigene Beleuchtung brauchen, waren inzwischen bezahlbar. Im Oktober 1997 kündigte Bandai außerdem den WonderSwan an, den Handheld von Gunpei Yokois neuer Firma. Satoru Okada holte das alte Projekt wieder hervor. Er wollte schnell auf den Markt und strich deshalb den 32-Bit-Chip. Stattdessen bekam der Color eine schnellere Version des alten 8-Bit-Prozessors. So liefen alle alten Spiele weiter. Laut japanischer Wikipedia dauerte die Entwicklung nur rund zehn Monate.

Dazu kam der Pokémon-Boom. In Nordamerika erschienen Rot und Blau knapp zwei Monate vor dem Color. Als die Pokémon-Spiele im Oktober 1999 nach Deutschland kamen, stand der Color hier schon fast ein Jahr im Regal. Rückblickend war er eine Brücke zur nächsten Generation: Nur zweieinhalb Jahre nach seinem Start folgte der Game Boy Advance.

Start und Preise

In Japan kam der Color am 21. Oktober 1998 für 8.900 Yen in die Läden. Nordamerika folgte am 18. November 1998 für 79,95 Dollar, Europa am 23. November 1998. Das deutsche Magazin Stay Forever nennt denselben Termin für den Europastart. Einen belastbaren Startpreis in D-Mark haben wir trotz Suche nicht gefunden. In Japan senkte Nintendo den Preis 1999 auf 6.800 Yen.

Zum Start in Japan gab es unter anderem Tetris DX und Wario Land II. Beide steckten in schwarzen Modulen und liefen auch auf dem alten Game Boy. Das erste Spiel nur für den Color war laut Famitsu Top Gear Pocket von Kemco, erschienen am 23. April 1999 in Japan.

Was der Color anders macht

  • Doppelter Takt: Der Prozessor läuft wie beim Original mit 4,19 MHz. Spiele können ihn aber in einen doppelt so schnellen Modus mit 8,39 MHz schalten.
  • Mehr Speicher: 32 KB Arbeitsspeicher statt 8 KB und 16 KB Videospeicher statt 8 KB.
  • Farbe: Das Display ist ein reflektierendes TFT-Farbdisplay. TFT steht für Thin Film Transistor, eine LCD-Bauart, bei der jeder Bildpunkt über einen eigenen Transistor angesteuert wird. Es zeigt bis zu 56 Farben gleichzeitig aus 32.768 möglichen und zieht kaum noch Schlieren. Eine Beleuchtung hat es weiterhin nicht. Du brauchst also gutes Licht.
  • Infrarot: Oben am Gerät sitzt ein Infrarot-Port. Nur wenige Spiele nutzen ihn. Das bekannteste Beispiel ist die Geheimgabe in Pokémon Gold, Silber und Kristall: Zwei Spieler richten ihre Geräte aufeinander und bekommen Items, ganz ohne Link-Kabel. Der Game Boy Advance hat keinen Infrarot-Port mehr. Dort lässt sich die Geheimgabe laut Bulbapedia deshalb nicht nutzen.
  • Kleinigkeiten: Laut Famitsu war der Color der erste Game Boy mit einer Öse für eine Trageschlaufe. Er läuft mit zwei AA-Batterien. Nintendo Japan gab rund 20 Stunden Laufzeit an, englische Quellen nennen bis zu 10.

Farbe für alte Spiele

Der Color spielt alle grauen Module und färbt sie selbst ein. Für über 90 Titel hat Nintendo eigene Farbpaletten im Startprogramm hinterlegt. Bei allen anderen Spielen wählst du selbst eine von zwölf Paletten. Dafür hältst du eine Tastenkombination gedrückt, während beim Einschalten das Game-Boy-Logo zu sehen ist.

Richtungalleinmit Amit B
ObenBraunRotDunkelbraun
LinksBlauDunkelblauGraustufen
UntenPastellOrangeGelb
RechtsGrünDunkelgrünNegativ

Kombinationen laut japanischer Wikipedia und The Geek Lab. Die Auswahl klappt nur bei grauen Modulen, auch am Game Boy Advance. Wer das Gefühl von damals sucht, nimmt Links plus B für Graustufen.

Grau, schwarz, durchsichtig: die drei Modultypen

An der Modulfarbe erkennst du, was wo läuft. Graue Module sind klassische Game-Boy-Spiele. Schwarze Module laufen auf beiden Geräten und nutzen am Color die Farben, Sammler sprechen von Dual-Mode-Modulen. Durchsichtige Module laufen nur auf dem Color. Auf ihrem Etikett steht "Only for Game Boy Color".

Reine Color-Module haben oben rechts keine Kerbe. Beim grauen Original blockiert das den Einschalter, weil dessen Sperre keinen Platz findet. Pocket und Light starten zwar, zeigen aber nur eine Fehlermeldung. Bei den Farben gibt es Ausnahmen: Pokémon Gold und Silber stecken in goldenen und silbernen Modulen und laufen trotzdem auf dem alten Game Boy. Pokémon Pinball hat einen eingebauten Rüttelmotor mit eigener AAA-Batterie und läuft ebenfalls auf beiden Geräten. Pokémon Kristall dagegen läuft nur auf dem Color.

Game-Boy-Module: graues Original, durchsichtiges Color-Modul und GBA-ModulFoto: Derrick Rossignol, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Farben und Sondermodelle

Laut Nintendos deutscher Firmenchronik gab es den Color zum Start in Lila und transparentem Lila. Im Sommer 1999 kamen Rot, Grün, Gelb und Blau dazu. In den USA trugen die Farben eigene Namen wie Berry, Grape, Kiwi, Dandelion, Teal und Atomic Purple. In Japan erschienen viele Sondermodelle, etwa zu Hello Kitty oder Card Captor Sakura, dazu Farben, die es nur bei einzelnen Handelsketten gab.

Für Pokémon-Fans gibt es zwei bekannte Editionen. Die erste ist gelb und blau und zeigt Pikachu, Pummeluff und Togepi. Sie kam im Oktober 1999 in den USA heraus, im Paket mit der Gelben Edition. Die zweite zeigt Pikachu und Pichu und erschien in Gold-Silber, Silber und Gelb. Nach Europa kam sie laut Serebii am 6. April 2001, zum Start von Pokémon Gold und Silber. In Japan gab es weitere Pokémon-Modelle, die nur in den Pokémon Centern verkauft wurden.

Die erfolgreichsten reinen Color-Spiele

Die meistverkauften Color-Spiele laufen auch auf dem alten Game Boy: Pokémon Gold und Silber kamen zusammen auf 23,7 Millionen. Zählt man nur die durchsichtigen Module, sieht die Spitze so aus:

#SpielJahrVerkauft
1Pokémon Kristall20006,3 Mio.
2Super Mario Bros. Deluxe19995,07 Mio.
3The Legend of Zelda: Oracle of Seasons und Oracle of Ages20013,99 Mio. (beide zusammen)
4Wario Land 320002,2 Mio.
5Donkey Kong Country20002,19 Mio.

Zahlen aus der Wikipedia-Liste der meistverkauften Game-Boy-Spiele, für Kristall und Wario Land 3 nach CESA. Jahr = Erstveröffentlichung. Welche Spiele reine Color-Module sind, haben wir mit Pokewiki, dem Super Mario Wiki und der Wikipedia-Liste der Color-Spiele abgeglichen. Titel, die nur in Japan erschienen, fehlen in der Verkaufsliste teilweise.

Insgesamt erschienen laut Wikipedia 915 lizenzierte Spiele für den Color, schwarze und durchsichtige Module zusammen.

Wie oft wurde der Color verkauft?

Nintendo zählt Game Boy und Game Boy Color zusammen: 118,69 Millionen Geräte für die ganze Familie. Die Zahl von rund 49 Millionen für den Color allein, die im Netz und in der deutschen Wikipedia kursiert, lässt sich aus Nintendos offiziellen Zahlen nicht ableiten. Mehr dazu im nächsten Abschnitt.

Verkaufszahlen: Weltweit und in Deutschland

Nintendo nennt für Game Boy und Game Boy Color zusammen 118,69 Millionen verkaufte Geräte und 501,11 Millionen verkaufte Spiele (offizielle Übersicht, Stand 30. Juni 2026). Getrennte Zahlen für die beiden Modelle veröffentlicht Nintendo nicht.

RegionVerkaufte Geräte
Japan32,47 Millionen
Amerika44,06 Millionen
Übrige Welt (inklusive Europa)42,16 Millionen
Gesamt118,69 Millionen

Regionale Aufteilung nach Nintendo-Daten, wie sie Wikipedia wiedergibt.

Ein paar Zwischenstände zeigen den Verlauf. Ende September 1997 waren 59,89 Millionen Schwarz-Weiß-Geräte verkauft, kurz vor dem Start des Color 64,42 Millionen. Rechnerisch entfallen also gut 54 Millionen Geräte auf die Zeit danach, als der Color und die letzten Schwarz-Weiß-Modelle nebeneinander im Regal standen. Zum Vergleich: NES und Famicom kamen zusammen auf 61,91 Millionen.

Und Deutschland? Eine offizielle Zahl gibt es nicht. Wir haben in Nintendo-Veröffentlichungen und in der deutschen Fachpresse gesucht und nichts Belastbares gefunden. Nintendo weist nicht einmal Europa getrennt aus. Europa steckt in den 42,16 Millionen der übrigen Welt, zusammen mit Australien und weiteren Märkten. Schätzungen, die im Netz kursieren, nennen wir deshalb bewusst nicht.

Spiele: Wie viele und welche

Laut der Liste der englischen Wikipedia erschienen 1.043 Spiele für den Game Boy. Mitgezählt sind alle Regionen, nicht mitgezählt sind abgesagte und unlizenzierte Titel. Für den Game Boy Color kommen 915 lizenzierte Spiele dazu. Wie viele davon offiziell in Deutschland erschienen, hat niemand sauber gezählt. Viele Titel erschienen nur in Japan.

Die zehn meistverkauften Spiele

#SpielJahrVerkauftQuelle
1Tetris1989über 35 Mio. (mit Bundle)Daily Telegraph
2Pokémon Rot, Grün und Blau199631,3 Mio.CESA
3Pokémon Gold und Silber199923,7 Mio.CESA
4Super Mario Land198918,14 Mio.Gizmodo
5Pokémon Gelb199814,6 Mio.CESA
6Super Mario Land 2: 6 Golden Coins199211,18 Mio.CESA
7Pokémon Kristall (nur Color)20006,3 Mio.CESA
8Dr. Mario19905,34 Mio.Hachette UK (Buch)
9Pokémon Pinball19995,31 Mio.CESA
10Wario Land: Super Mario Land 319945,19 Mio.CESA

Zahlen aus der Wikipedia-Liste der meistverkauften Game-Boy-Spiele, die Game-Boy-Color-Titel mitzählt. CESA ist der japanische Branchenverband, der jährlich ein Weißbuch mit Verkaufszahlen herausgibt. Jahr = Erstveröffentlichung in Japan. Für Super Mario Land nennen andere Quellen höhere Zahlen.

Auffällig ist, wie stark Nintendo die Liste dominiert. Alle zehn Spiele hat Nintendo selbst veröffentlicht. Die hohen Stückzahlen haben für dich als Sammler einen schönen Nebeneffekt: Viele dieser Klassiker gibt es gebraucht in großer Auswahl.

Teure Sammlerstücke

Die meisten Game-Boy-Spiele sind günstig, weil sie in großer Zahl erschienen. Ein paar sind richtig teuer. Oft liegt das an kleinen Auflagen oder spätem Erscheinen. Dazu kommt die Verpackung: Game-Boy-Kartons waren aus dünner Pappe, und viele landeten im Müll. Komplette Exemplare mit Karton und Anleitung (Sammler sagen CIB, "complete in box") kosten deshalb oft ein Vielfaches des losen Moduls.

SpielPublisherErschienenGrobe Größenordnung
Amazing TaterAtlus1992, USAkomplett rund 4.000 Euro (GIGA, September 2026)
Spud's AdventureAtlus1991, USAkomplett rund 2.200 Euro (GIGA, September 2026)
Kid DraculaKonami1993, USA und EuropaUS-Modul lose um 200 Dollar, komplett um 1.900 Dollar. PAL deutlich günstiger.
Mega Man IVCapcom1993US-Modul lose um 100 Dollar, komplett um 1.100 Dollar
Mega Man VCapcom1994lose 160 bis 250 Dollar, komplett um 1.500 Dollar (US und PAL ähnlich)
Trip WorldSunsoft1992 Japan, 1993 Europa, nie in den USAPAL lose um 200 Dollar, komplett um 2.000 Dollar
Shantae (Game Boy Color)Capcom2002, nur USAlose um 750 Dollar, komplett um 1.950 Dollar

Dollarwerte: PriceCharting, abgerufen am 30.09.2026, gerundet. PriceCharting wertet vor allem abgeschlossene Verkäufe in den USA aus. Die Werte schwanken stark und sind nur ein Anhaltspunkt.

Zwei Titel verdienen einen genaueren Blick. Trip World ist für deutsche Sammler spannend, weil es in Europa erschien, in den USA aber nie. Die PAL-Version ist hier also die begehrte. Shantae kam im Juni 2002 heraus, ein Jahr nach dem Game Boy Advance. Laut Wikipedia gab es vermutlich nur eine Auflage von 20.000 bis 25.000 Stück. Vorsicht: Limited Run Games hat Shantae 2020/21 noch einmal als Game-Boy-Color-Modul aufgelegt. Wer das Original von 2002 will, muss genau hinschauen.

Bevor du kaufst oder verkaufst, schau bei eBay mit dem Filter "Verkaufte Artikel" nach, was wirklich gezahlt wurde. Achte dabei auf die Region. Ein Game Boy hat keine Regionssperre, US-Module (NTSC) laufen auf deinem deutschen Gerät also genauso. Für den Sammlerwert macht es trotzdem einen großen Unterschied, ob du ein US-, ein japanisches oder ein PAL-Exemplar vor dir hast. Die Preise liegen teils weit auseinander.

Selbst einen kaufen?

Welches Modell zu dir passt, woran du Displaystreifen und gefälschte Pokémon-Module erkennst und welche Spiele sich für den Einstieg lohnen, steht in unserer Kaufberatung zum Game Boy.

Ende, Nachfolger und Vermächtnis

Am 21. März 2001 erschien in Japan der Game Boy Advance, am 22. Juni 2001 in Europa. Er spielt auch die alten Game-Boy- und Game-Boy-Color-Module. Laut Wikipedia endete die klassische Game-Boy-Familie am 31. März 2003. Vom ersten grauen Gerät bis dahin vergingen fast 14 Jahre. Wie es mit Advance, SP und Micro weiterging, liest du in Game Boy Advance, SP und Micro.

Gunpei Yokoi war da längst nicht mehr bei Nintendo. Nach dem Flop des Virtual Boy verließ er die Firma am 15. August 1996. Nintendo bestritt, dass das eine mit dem anderen zusammenhing. Mit seiner neuen Firma Koto entwickelte er für Bandai den Handheld WonderSwan. Am 4. Oktober 1997 starb Yokoi mit 56 Jahren an den Folgen eines Verkehrsunfalls. 2003 ehrte ihn der Entwicklerverband IGDA nachträglich für sein Lebenswerk.

Satoru Okada blieb. Als Chef der Handheld-Abteilung verantwortete er den Game Boy Color, den Game Boy Advance und später den Nintendo DS. Im Januar 2012 verließ er Nintendo.

Was bleibt

  • Auszeichnung: 2009 wurde der Game Boy in die National Toy Hall of Fame in den USA aufgenommen.
  • Switch Online: Seit dem 8. Februar 2023 gibt es Game-Boy- und Game-Boy-Color-Spiele im Grundabo von Nintendo Switch Online, darunter Tetris, Super Mario Land 2 und Kirby's Dream Land.
  • Nachbauten: Die Firma Analogue brachte am 13. Dezember 2021 den Analogue Pocket heraus. Er bildet die Game-Boy-Hardware mit einem FPGA-Chip nach, also einem Chip, der sich wie die Originalschaltung verhält, und spielt die Originalmodule.
  • LEGO: Seit Oktober 2025 gibt es sogar einen Game Boy zum Nachbauen, Set 72046 mit 421 Teilen.
  • Musik: In der Chiptune-Szene ist der Game Boy bis heute ein beliebtes Instrument.

Vielleicht ist das größte Vermächtnis aber eine Idee. Der Game Boy hat gezeigt, dass die beste Technik nicht immer gewinnt. Gewonnen hat das Gerät, das günstig war, lange durchhielt und die besseren Spiele hatte. Warum solche Geräte und Spiele ins Regal gehören, liest du in Videospiele als Kultur.

Häufige Fragen zum Game Boy

Wann kam der Game Boy nach Deutschland?

Am 28. September 1990. Er kostete 169 DM, und Tetris lag im Karton.

Wie oft wurde der Game Boy verkauft?

Laut Nintendo 118,69 Millionen Mal, Game Boy und Game Boy Color zusammen. Getrennte Zahlen und eine offizielle Zahl für Deutschland gibt es nicht.

Wer hat den Game Boy erfunden?

Die Abteilung Nintendo R&D1. Gunpei Yokoi war für Konzept und Design zuständig, Satoru Okada für die Technik im Inneren.

Warum ist das Display des Original-Game-Boys grün?

Das Original nutzt ein einfaches STN-Display ohne Beleuchtung, dessen Graustufen grünlich wirken. So blieben Preis und Stromverbrauch niedrig. Erst der Pocket zeigte ein echtes Schwarz-Weiß-Bild.

Laufen Game-Boy-Color-Spiele auf dem alten Game Boy?

Nur die schwarzen Module. Sie laufen auf beiden Geräten. Durchsichtige Module sind reine Color-Spiele und starten auf dem alten Game Boy nicht.

Was bedeutet DMG?

Dot Matrix Game, der interne Projektname. Daher stammen die Modellnummer DMG-01 und das Kürzel, mit dem Sammler das Original bis heute bezeichnen.

Quellen