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Geschichte · Nintendo GameCube

Der GameCube: Nintendos Würfel mit Henkel

Klein, lila und mit Tragegriff: Der GameCube sah 2001 fast aus wie ein Spielzeug und hatte doch mehr Technik unter der Haube, als viele dachten. Hier steht, wie aus Project Dolphin der GameCube wurde, warum Nintendo auf kleine Discs setzte, wie viele Konsolen verkauft wurden und welche Spiele heute richtig Geld kosten.

Stand 30.09.2026 · ca. 15 Min. Lesezeit
03.05.2002Start des GameCube in Europa und Deutschland
21,74 Mio.GameCube weltweit ausgeliefert (Nintendo)
651Spiele weltweit laut Wikipedia-Liste
2001 · Nintendo · 128-Bit-ÄraNintendo GameCube
Foto Nintendo GameCube: Evan-Amos, Wikimedia Commons, gemeinfrei

Steckbrief

CodenameDolphin (daher das Kürzel DOL in den Modellnummern)
Japan14. September 2001, 25.000 Yen
Nordamerika18. November 2001, 199 US-Dollar
Europa und Deutschland3. Mai 2002, 199 Euro
ProzessorIBM Gekko (PowerPC), 485 MHz
GrafikFlipper von ArtX und ATI, 162 MHz
Arbeitsspeicher24 MB 1T-SRAM, dazu 16 MB Zusatzspeicher und 3 MB im Grafikchip
Datenträger8-cm-Disc auf Mini-DVD-Basis, rund 1,5 GB
Verkauft weltweit21,74 Millionen (Nintendo)
Produktionsende2007

Die Ausgangslage: Lehren aus dem N64

Ende der 90er stand Nintendo unter Druck. Das Nintendo 64 setzte noch auf Steckmodule. Die waren teuer in der Herstellung und boten wenig Platz. Discs dagegen fassen viel mehr Daten und kosten in der Produktion deutlich weniger. Laut dem ausführlichen Entwicklungsbericht "A Dolphin's Tale" des Magazins Dromble hatte die kleine Spieleauswahl des N64 außerdem viele Drittanbieter frustriert.

Für den Nachfolger stand deshalb früh fest: Er bekommt ein optisches Laufwerk, und er muss für Entwickler leicht zu programmieren sein. Die Vorgabe von Hardware-Chef Genyo Takeda fasste der Ingenieur Howard Cheng später so zusammen: eine leistungsstarke Maschine, mit der Spieleentwickler gut arbeiten können. Takeda leitete die Abteilung Integrated Research and Development und gilt als Erfinder des Analog-Controllers des N64.

Wie Nintendo überhaupt zur Nummer eins der Videospielwelt wurde, liest du in unserem Artikel über das NES.

Project Dolphin: IBM, ArtX und Panasonic

Im Mai 1999 kündigte Howard Lincoln, damals Chef von Nintendo of America, auf der Messe E3 in Los Angeles die neue Konsole an. Ihr Arbeitstitel: Dolphin, also Delfin. Daher tragen bis heute fast alle GameCube-Geräte und Zubehörteile das Kürzel DOL in der Modellnummer. Als Termin nannte Nintendo damals noch Ende 2000.

Für die Technik holte sich Nintendo drei Partner ins Boot:

  • IBM lieferte den Prozessor mit dem Codenamen Gekko, einen angepassten PowerPC-Chip.
  • ArtX entwickelte den Grafikchip Flipper. Die kleine Firma aus dem Silicon Valley hatten 1997 ehemalige Ingenieure des Grafikspezialisten Silicon Graphics gegründet, angeführt von Wei Yen. Schon im Mai 1998 stand die Zusammenarbeit mit Nintendo.
  • Matsushita, besser bekannt unter der Marke Panasonic, baute das Laufwerk.

Das Bindeglied zwischen Kyoto und Kalifornien war Howard Cheng, der als Ingenieur bei Silicon Graphics schon am N64 mitgearbeitet hatte. Im April 2000 kaufte der Grafikkartenhersteller ATI die Firma ArtX. Flipper war da laut Wikipedia schon weitgehend fertig.

Am Prozessor schraubte Nintendo lange nach. Laut Nintendo-Online war anfangs von 405 MHz die Rede, Anfang 2001 stieg der Takt auf 485 MHz. Den Termin Ende 2000 hielt Nintendo nicht. Sonys PlayStation 2 war in Japan da schon seit März 2000 auf dem Markt.

Würfel, Henkel und ein großer grüner Knopf

Offiziell enthüllt wurde die Konsole am 24. August 2000 auf Nintendos Hausmesse Space World in Japan. Dort stand ein kleiner Würfel mit Griff auf der Bühne, und er hieß GameCube. Laut Nintendo-Online war vorher auch der Name StarCube im Gespräch. Fertige Spiele zeigte Nintendo kaum. Stattdessen liefen Technik-Demos wie "Super Mario 128" und eine Zelda-Szene, dazu frühe Bilder von Luigi's Mansion und Wave Race.

Der Griff hat einen praktischen Hintergrund. Designer Kenichiro Ashida hatte beobachtet, dass viele Spieler ihre Konsole von Zimmer zu Zimmer tragen. Mit Henkel geht das leichter, und die Konsole wirkt freundlicher. Die kompakte Form passte außerdem zu japanischen Wohnungen, in denen kleine Geräte gefragt sind.

Beim Controller redete Shigeru Miyamoto kräftig mit, laut Dromble feilte er über drei Jahre daran. Sein Ziel: Der wichtigste Knopf sollte sofort zu erkennen sein. Deshalb ist der A-Knopf groß, grün und sitzt in der Mitte. Drum herum liegen kleinere Tasten in Nierenform, die du blind ertasten kannst.

Farblich gab es den GameCube in Europa in Lila (oft Indigo genannt), Schwarz und Silber. Später kam laut deutscher Wikipedia ein perlweißes Modell im Paket mit Mario Smash Football dazu. In Japan gab es zusätzlich ein oranges Modell namens Spice.

GameCube mit ControllerFoto: Evan-Amos, Wikimedia Commons, gemeinfrei

Warum eine Mini-DVD?

Das Herzstück war das neue Laufwerk. Statt großer DVDs nutzt der GameCube Discs mit 8 Zentimetern Durchmesser. Das Format basiert auf der Mini-DVD und stammt von Matsushita. Auf eine Disc passen rund 1,46 GB.

Warum nicht einfach normale DVDs wie bei der PS2? Laut Wikipedia hatte Nintendo drei Gründe:

  • Schutz vor Raubkopien: Jede Disc trägt eine Art Barcode, den ein Laser bei der Herstellung aufbringt, die Burst Cutting Area (BCA). Er gehört zum Kopierschutz der Konsole.
  • Kosten: Discs sind viel günstiger herzustellen als die Module des N64.
  • Lizenzgebühren: Mit einem eigenen Format sparte sich Nintendo Gebühren an das DVD-Forum, den Zusammenschluss der Firmen hinter dem DVD-Standard.

Miyamoto verkaufte die kleine Disc auch als Botschaft: Man müsse eine normale DVD gar nicht vollmachen, um ein gutes Spiel zu bauen. Ganz ging die Rechnung nicht auf. Resident Evil 4, Baten Kaitos und Tales of Symphonia brauchten jeweils zwei Discs.

Der Haken für Käufer: Filme spielt der GameCube nicht ab. Das konnte nur der Panasonic Q, eine Sonderversion mit DVD-Player, die es ausschließlich in Japan gab.

Der Start: Japan, USA, Europa

In Japan kam der GameCube am 14. September 2001 in die Läden, für 25.000 Yen. Laut Nintendo-Online standen zum Start 500.000 Konsolen bereit, dazu drei Spiele: Luigi's Mansion, Wave Race: Blue Storm und Super Monkey Ball.

In Nordamerika folgte der Start am 18. November 2001 für 199 Dollar, unter anderem mit Star Wars Rogue Squadron II: Rogue Leader und Tony Hawk's Pro Skater 3. Am 3. Dezember 2001 kam Super Smash Bros. Melee dazu, das später meistverkaufte Spiel der Konsole.

Laut Nintendos eigener Firmenchronik waren bis Dezember 2001 rund 2,7 Millionen Konsolen ausgeliefert, 95 Prozent davon gingen direkt an Kunden. Die Konkurrenz war trotzdem groß. Die PS2 hatte über ein Jahr Vorsprung, und Microsoft brachte fast zeitgleich die Xbox. Eine frühe Umfrage, die Dromble zitiert, zeigt das Problem: 62,9 Prozent der Befragten wollten sich eine PS2 holen, nur 6,3 Prozent einen GameCube.

Europa musste bis zum 3. Mai 2002 warten. Laut Nintendos Firmenchronik startete der GameCube hier mit einer Anfangsstückzahl von einer Million Geräten, einer Preisempfehlung von 199 Euro und gleich 20 Spielen. Luigi's Mansion war auch hier dabei, Smash Bros. Melee folgte am 24. Mai 2002.

Genau an diesem 24. Mai gab es bei Nintendo einen Wechsel an der Spitze. Hiroshi Yamauchi, seit 1949 Präsident, trat zurück. Sein Nachfolger wurde Satoru Iwata. Der hatte früher das Studio HAL Laboratory geleitet, von dem auch Smash Bros. Melee stammt.

Der GameCube in Deutschland

Für Europa hatte Nintendo ursprünglich rund 250 Euro geplant. Kurz vor dem Start, im April 2002, senkte Nintendo den Preis laut Game Developer um 20 Prozent auf 199 Euro. ComputerBase meldete zum Start am 3. Mai 2002 eine unverbindliche Preisempfehlung von 199 Euro für Deutschland. Anders als noch beim NES kümmerte sich Nintendo hier selbst um den Vertrieb: Die Europazentrale Nintendo of Europe hatte ihren Sitz seit 1990 im unterfränkischen Großostheim.

Einen DM-Preis gibt es übrigens nicht. Der GameCube kam vier Monate nach der Einführung des Euro-Bargelds in die Läden. Er war damit die erste Nintendo-Heimkonsole, die in Deutschland von Anfang an in Euro verkauft wurde.

Am 29. Juli 2002 meldete Nintendo of Europe, dass nur elf Wochen nach dem Start der millionste GameCube an europäische Händler ausgeliefert wurde. Ausgeliefert heißt: Die Geräte standen im Laden, verkauft an Kunden war damit noch nicht jedes.

Den großen Schub brachte der Herbst 2003. Ab dem 17. Oktober 2003 kostete der GameCube in Deutschland nur noch 99,99 Euro, also rund die Hälfte. Gleichzeitig startete die günstige Reihe Player's Choice für 29,99 Euro pro Spiel, unter anderem mit Super Mario Sunshine und Metroid Prime.

Wie viele Spiele es am Ende in Deutschland gab, hat die Seite Videospielwissenschaft gezählt: 421 GameCube-Spiele mit USK-Kennzeichen (Stand Juni 2022). Dazu kommen 37 europäische Veröffentlichungen ohne USK-Einstufung, die in anderen Ländern wie Großbritannien, Frankreich oder der Schweiz erschienen.

Verkaufszahlen: weltweit, Europa, Deutschland

Nintendo nennt als Endstand 21,74 Millionen ausgelieferte GameCubes weltweit. So verteilt sich die Zahl:

RegionGameCube-Konsolen
Japan4,04 Millionen
Nord- und Südamerika12,94 Millionen
Übrige Regionen (vor allem Europa und Australien)4,77 Millionen
Weltweit21,74 Millionen

Nintendo-Geschäftszahlen, zitiert nach dem vgsales-Wiki (Stand 30. Juni 2008). Die Zahl gilt seitdem als Endstand.

Damit landete der GameCube laut Wikipedia deutlich hinter der PS2 und knapp hinter der Xbox. Nur Segas Dreamcast verkaufte sich in dieser Generation schlechter. Einige Quellen nennen höhere Werte von 24 oder sogar 26 Millionen. Belastbar ist aber nur Nintendos eigene Angabe.

Bei den Spielen sieht die Bilanz besser aus. Laut Wikipedia wurden insgesamt rund 208,6 Millionen GameCube-Spiele verkauft. Auf jede Konsole kommen also fast zehn Spiele.

Und Deutschland?

Eine offizielle Zahl für Deutschland haben wir nicht gefunden. Nintendo weist in seinen Geschäftszahlen nur Japan, Amerika und die übrigen Regionen aus. Wir haben Pressemitteilungen von Nintendo, Meldungen des Branchenverbands game (früher BIU) und die Fachpresse der Zeit durchsucht und keine belastbare Gesamtzahl entdeckt. Schätzungen aus Foren lassen wir deshalb weg. Klar ist nur: Deutschland steckt in den 4,77 Millionen der übrigen Regionen.

Modelle und Revisionen

Anders als Sony bei PS2 und PS3 hat Nintendo den GameCube äußerlich kaum verändert. Es gibt im Kern zwei Modelle und eine japanische Sonderversion. Die Modellnummer steht auf dem Typenschild an der Unterseite.

ModellJahrWas anders ist
DOL-001ab 2001, in Europa ab Mai 2002Originalmodell mit Digital-AV-Ausgang für Komponentenkabel und 480p, dazu ein zweiter serieller Anschluss an der Unterseite, den kein Zubehör nutzt
DOL-101ab Mai 2004Digital-AV-Ausgang und zweiter serieller Anschluss gestrichen, Bild nur noch über den analogen Multi-AV-Ausgang
Panasonic Q (SL-GC10)Dezember 2001 bis Dezember 2003, nur JapanGameCube von Panasonic mit eigenem Gehäuse und DVD- und CD-Wiedergabe, 39.800 Yen

Für Spieler von damals war der Wegfall des Digital-Ausgangs kaum ein Verlust. Das Komponentenkabel gab es von Nintendo nur in Japan und Nordamerika, in Europa verkaufte Nintendo stattdessen ein RGB-Kabel. Für Sammler ist der Unterschied heute der wichtigste überhaupt, weil moderne HDMI-Lösungen genau diesen Anschluss brauchen. Alles dazu steht in der Kaufberatung.

Technik kurz erklärt

Der GameCube gehört zu der Generation, die oft 128-Bit-Ära genannt wird. Streng genommen passt das nicht: Sein Prozessor Gekko ist ein 32-Bit-Chip auf Basis des IBM PowerPC 750CXe und taktet mit 485 MHz.

Der Grafikchip Flipper läuft mit 162 MHz. Direkt in ihm stecken 3 MB schneller Speicher: 2 MB für das fertige Bild und 1 MB für Texturen, also die Oberflächenbilder von Figuren und Wänden. Als Hauptspeicher dienen 24 MB 1T-SRAM, ein besonders schneller Speichertyp. Dazu kommen 16 MB langsamerer Zusatzspeicher, vor allem für den Sound.

Das Bild kommt in 480i (NTSC), 576i (PAL) und über den Digital-Ausgang auch in 480p. Das p steht für progressiv, also Vollbilder statt Halbbildern, was auf modernen Fernsehern ruhiger aussieht. Vorne gibt es vier Controller-Anschlüsse und zwei Schächte für Speicherkarten, unten einen schnellen Zusatzanschluss für den Game Boy Player und serielle Anschlüsse für Netzwerkadapter.

Zubehör, das Geschichte schrieb

  • WaveBird (2002): Laut Wikipedia der erste kabellose Controller, den ein Konsolenhersteller selbst entwickelt hat. Er funkt über 2,4 GHz auf 16 Kanälen und läuft mit zwei AA-Batterien. Auf Vibration hat Nintendo verzichtet, damit die Batterien länger halten.
  • Game Boy Player (2003): Das Zusatzteil wird unter den GameCube geschraubt und spielt Game-Boy-, Game-Boy-Color- und Game-Boy-Advance-Module am Fernseher ab. In Europa erschien es am 20. Juni 2003.
  • Speicherkarten: Nintendo brachte drei Größen mit 59, 251 und 1019 Blöcken. Die große 1019er kam 2004 und hatte Startschwierigkeiten: Laut Slashdot kamen einige ältere Spiele mit so vielen Blöcken nicht klar.
  • Netzwerk: Mit Breitband- oder Modemadapter konnte der GameCube ins Netz. Genutzt haben das nur acht Spiele, fünf davon online und drei im lokalen Netz, etwa Mario Kart: Double Dash!! mit bis zu 16 Spielern.

Was davon du heute noch brauchst, steht in der Kaufberatung.

Spiele: wie viele und welche

Die englische Wikipedia führt 651 GameCube-Spiele weltweit. Für Deutschland kommt Videospielwissenschaft wie oben erwähnt auf 421 Titel mit USK-Siegel. Beide Zählungen stammen nicht von Nintendo und können um ein paar Titel abweichen, die Größenordnung stimmt aber.

Die Sache mit den Drittherstellern

Nintendo hatte beim GameCube ein Imageproblem: Viele sahen ihn als Kinderkonsole. Metal-Gear-Schöpfer Hideo Kojima nannte laut Dromble die Idee, ein Metal Gear auf einer Nintendo-Konsole zu veröffentlichen, lächerlich. 2004 erschien mit Metal Gear Solid: The Twin Snakes dann doch eines.

Im November 2002 kündigte Capcom fünf Spiele für den GameCube an, die "Capcom Five": P.N.03, Viewtiful Joe, Dead Phoenix, Resident Evil 4 und Killer7. Exklusiv blieb am Ende nur P.N.03. Resident Evil 4 erschien im Januar 2005 zuerst auf dem GameCube, die PS2-Fassung folgte neun Monate später und verkaufte sich besser.

Die Top 10 der meistverkauften Spiele

PlatzSpielErschienenVerkauft weltweitQuelle der Zahl
1Super Smash Bros. Melee20017,41 Mio.CESA (2020)
2Mario Kart: Double Dash!!20036,88 Mio.CESA (2020)
3Super Mario Sunshine20025,91 Mio.Nintendo (2023)
4The Legend of Zelda: The Wind Waker20024,43 Mio.CESA (2020)
5Luigi's Mansion20013,33 Mio.Famitsu u. a.
6Metroid Prime20022,84 Mio.CESA (2020)
7Animal Crossing20012,70 Mio.Famitsu u. a.
8Mario Party 420022,46 Mio.Famitsu u. a.
9Pokémon Colosseum20032,41 Mio.CESA (2023)
10Mario Party 520032,17 Mio.Famitsu u. a.

Zahlen laut Wikipedia-Liste der meistverkauften GameCube-Spiele, die sich auf die Games White Papers des japanischen Branchenverbands CESA, auf Nintendo und auf Famitsu-Daten stützt. Erschienen = Erstveröffentlichung weltweit, in Europa kamen die Spiele meist später.

Auffällig: Alle zehn Spiele hat Nintendo veröffentlicht. Ein Kritikerliebling unter ihnen ist Metroid Prime von Retro Studios. Es kam bei Metacritic auf 97 von 100 Punkten und war bis Metroid Dread 2021 das meistverkaufte Metroid überhaupt.

Teure Sammlerstücke

Die großen Nintendo-Hits sind heute meist bezahlbar, weil sie millionenfach verkauft wurden. Teuer werden Spiele, die spät erschienen, in kleinen Stückzahlen kamen oder eine treue Fangemeinde haben. Diese acht Titel großer Publisher gehören laut PriceCharting in der PAL-Fassung zu den teuersten:

SpielPublisherGrößenordnung PAL: nur DiscGrößenordnung PAL: komplett
Pokémon XD: Der dunkle SturmNintendorund 210 $rund 220 $
Chibi-Robo!Nintendorund 160 $rund 250 $
Pokémon Colosseum (mit Bonus-Disc)Nintendorund 150 $rund 230 $
Fire Emblem: Path of RadianceNintendorund 150 $rund 230 $
Gotcha ForceCapcomrund 120 $rund 140 $
The Legend of Zelda: Twilight Princess (GameCube-Fassung)Nintendorund 110 $rund 120 $
Kirby Air RideNintendorund 100 $rund 130 $
Skies of Arcadia LegendsSegarund 90 $rund 140 $

Grobe Größenordnung in US-Dollar laut PriceCharting, PAL-Liste, abgerufen am 30.09.2026. "Nur Disc" heißt ohne Hülle und Anleitung, "komplett" mit Hülle und Anleitung. Die Werte schwanken stark. Nimm sie nur als Richtung.

Wichtig ist der Unterschied zwischen PAL und NTSC. Pokémon XD kostet als PAL-Version laut PriceCharting deutlich mehr als die US-Fassung. Bei Gotcha Force ist es umgekehrt, dort ist die US-Version ungefähr doppelt so teuer. Wenn du selbst suchst, schau bei eBay mit dem Filter "Verkaufte Artikel" und vergleiche nur Angebote derselben Region. So siehst du, was wirklich gezahlt wurde.

Ein Faktor für die Zukunft: Chibi-Robo gibt es seit August 2025 auch bei Nintendo Switch Online auf der Switch 2, Fire Emblem und die beiden Pokémon-Spiele hat Nintendo dafür angekündigt. Ob das die Preise der Originale bewegt, bleibt abzuwarten. Und weil teure Discs gern gefälscht werden, lies vor dem Kauf den Abschnitt zu Fälschungen in der Kaufberatung.

Das Ende und der Nachfolger

Ende 2006 kam die Wii: am 19. November in Nordamerika, am 2. Dezember in Japan und am 8. Dezember in Europa. Als letztes Spiel von Nintendo selbst erschien The Legend of Zelda: Twilight Princess im Dezember 2006 parallel für Wii und GameCube, in Europa am 15. Dezember 2006.

Kurioses Detail: Auf der Wii schwingst du das Schwert mit der rechten Hand. Damit das zu Link passt, haben die Entwickler die komplette Spielwelt der Wii-Version gespiegelt. Auf dem GameCube bleibt Link Linkshänder, und die Karte sieht aus wie geplant.

Im Februar 2007 stellte Nintendo den GameCube laut Wikipedia ein. Das letzte offizielle Spiel war Madden NFL 08, das am 14. August 2007 in Nordamerika erschien.

Das Vermächtnis

Ganz verschwunden ist der GameCube nie. Die Wii ist technisch sein direkter Nachfahre: Ihr Prozessor Broadway basiert auf derselben PowerPC-Architektur wie Gekko, der Grafikchip ist rund anderthalbmal so schnell wie Flipper. Die ersten Wii-Modelle (RVL-001) spielen sogar GameCube-Discs ab und haben Anschlüsse für GameCube-Controller und Speicherkarten. Mit 101,63 Millionen verkauften Geräten wurde die Wii ein Riesenerfolg, und im Inneren steckt ein Stück GameCube.

Der Controller lebt ebenfalls weiter. Für Super Smash Bros. auf der Wii U und der Switch gab es einen USB-Adapter für GameCube-Controller. Die Turnierszene von Smash Bros. Melee spielt bis heute die Originalversion von 2001, Melee lief über Jahre auch auf der Evo, einem der größten Turniere für Prügelspiele.

Seit dem 5. Juni 2025 gibt es GameCube-Spiele auch auf der Switch 2, für Abonnenten von Nintendo Switch Online mit Erweiterungspaket. Zum Start waren The Legend of Zelda: The Wind Waker, F-Zero GX und Soulcalibur II dabei. Passend dazu bietet Nintendo einen Controller im GameCube-Design an. Das ist bequem, doch welche Spiele wie lange verfügbar sind, entscheidet Nintendo. Warum wir unsere Lieblingsspiele deshalb lieber auf Disc im Regal haben, steht in "Die Disc stirbt. Wir heben sie auf." Und warum Spiele wie Wind Waker ein Stück Kultur sind, liest du in Videospiele als Kultur.

Kaufberatung

Du willst dir einen GameCube holen? In der GameCube-Kaufberatung steht, welches Modell zu dir passt, wie du ihn an einen modernen Fernseher anschließt und worauf du beim Gebrauchtkauf achten musst.

Häufige Fragen zum GameCube

Warum steht auf GameCube-Zubehör immer DOL?

DOL steht für Dolphin, den Arbeitstitel der Konsole. Nintendo hat das Kürzel für die Modellnummern behalten, von der Konsole (DOL-001) über den Controller bis zum Game Boy Player (DOL-017).

Kann der GameCube DVDs abspielen?

Nein. Das Laufwerk liest nur die kleinen GameCube-Discs. Filme konnte nur der Panasonic Q abspielen, und den gab es ausschließlich in Japan.

Wie viele GameCubes wurden in Deutschland verkauft?

Eine offizielle Zahl gibt es nicht. Nintendo nennt nur 4,77 Millionen für alle Regionen außerhalb von Japan und Amerika zusammen. Deutschland ist darin enthalten.

Laufen GameCube-Spiele auf der Wii?

Ja, auf den ersten Wii-Modellen mit der Nummer RVL-001. Du brauchst dafür einen GameCube-Controller und eine GameCube-Speicherkarte. Die Wii Family Edition und die Wii Mini können das nicht.

Welches war das meistverkaufte GameCube-Spiel?

Super Smash Bros. Melee mit 7,41 Millionen Exemplaren. Dahinter folgen Mario Kart: Double Dash!! und Super Mario Sunshine.

Quellen