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Geschichte · PlayStation

Die PlayStation: Vom geplatzten Nintendo-Deal zur ersten 100-Millionen-Konsole

1991 ließ Nintendo Sony vor Publikum sitzen. Drei Jahre später stand in Japan eine graue Konsole mit CD-Laufwerk im Laden, die den Markt umkrempeln sollte. Hier liest du, wie die PlayStation entstand, wie oft sie sich verkauft hat, welche Modelle es gibt und welche Spiele heute richtig Geld kosten.

Stand 30.09.2026 · ca. 17 Min. Lesezeit
29.09.1995Start in Deutschland, für 599 DM
102,4 Mio.PlayStation und PS one weltweit (Sony, Stand März 2012)
über 4.000Spiele, mit allen Regionalfassungen rund 7.900 Veröffentlichungen
1994 · Sony · 32 BitSony PlayStation
Foto PlayStation: Evan-Amos, Wikimedia Commons, gemeinfrei

Steckbrief

HerstellerSony Computer Entertainment
Japan3. Dezember 1994, 39.800 Yen
Nordamerika9. September 1995, 299 Dollar
Europa29. September 1995, in Großbritannien 299 Pfund
Deutschland29. September 1995, 599 DM
Prozessor32-Bit-RISC-Prozessor aus der MIPS-R3000-Familie, 33,87 MHz
Speicher2 MB Arbeitsspeicher, 1 MB Videospeicher, 512 KB Soundspeicher
LaufwerkCD-ROM mit doppelter Geschwindigkeit (300 KB pro Sekunde), bis 660 MB pro Disc
Verkauftüber 102,4 Millionen inklusive PS one (Sony, Stand 31. März 2012)
Produktionsende23. März 2006

Die Nintendo-PlayStation

Die Geschichte der PlayStation beginnt ausgerechnet bei Nintendo. Ende der 80er arbeitete Ken Kutaragi, Jahrgang 1950, als Ingenieur bei Sony. Sein Interesse an Videospielen war erwacht, als er seine Tochter am Famicom spielen sah. Ohne Rückendeckung seiner Vorgesetzten entwarf er den Soundchip für Nintendos kommende 16-Bit-Konsole, das Super Famicom, bei uns als Super Nintendo bekannt. Der Chip heißt SPC700.

Als das in der Firma herauskam, waren die Sony-Manager wütend. Kutaragi hätte gehen müssen, doch Sony-Chef Norio Ohga stellte sich hinter ihn und ließ ihn den Chip fertig bauen. Ohga sah das Talent seines Ingenieurs und machte ihn zu seinem Schützling.

Aus dieser Zusammenarbeit wuchs 1988 ein größeres Projekt. Nintendo hatte beim Famicom schon ein Diskettenlaufwerk als Zusatzgerät verkauft, das Famicom Disk System. Beim Super Nintendo sollte es ein CD-Laufwerk werden, und Sony sollte es bauen. Der Arbeitstitel lautete "Play Station" oder SNES-CD. Sony plante zusätzlich ein eigenes Gerät, das sowohl Super-Nintendo-Module als auch CDs abspielt.

Der Streit um die Lizenzen

Das Problem war das Geld. Sony wollte die Kontrolle über das CD-Format "Super Disc" und über die Lizenzen für die Software darauf. Nintendo verdiente aber genau an diesen Lizenzen. Für Nintendo-Präsident Hiroshi Yamauchi waren Sonys Bedingungen unannehmbar. Er fürchtete, dass Sony mit Nintendos Hilfe den Einstieg ins Spielegeschäft schafft und am Ende selbst Konkurrent wird.

Im Juni 1991 kam es auf der Elektronikmesse CES zum Eklat. Am ersten Messetag stellte Sony stolz die Play Station vor. Am nächsten Morgen um 9 Uhr betrat Nintendo-Manager Howard Lincoln die Bühne und verkündete: Nintendo arbeitet jetzt mit Philips zusammen und beendet die Arbeit mit Sony. Nintendo hatte heimlich mit Philips verhandelt, um die Kontrolle über die Software zu behalten. In der Branche gilt der Auftritt bis heute als "größter Verrat" der Videospielgeschichte. Ein CD-Laufwerk fürs Super Nintendo kam am Ende weder von Sony noch von Philips in die Läden.

Der Prototyp aus der Kiste

Zwischen der Messe und Mai 1992 baute Sony noch 200 bis 300 Prototypen mit der Bezeichnung SFX-100. Dann war die Zusammenarbeit endgültig vorbei. Einer dieser Prototypen tauchte 2015 wieder auf. Terry Diebold, ein früherer Mitarbeiter der Firma Advanta, stieß darauf. Das Gerät hatte einst Olaf Olafsson gehört, der 1995 Sony Computer Entertainment America leitete. Anfang 2020 wurde es bei Heritage Auctions für 360.000 Dollar an den Unternehmer Greg McLemore versteigert. Das war damals ein Guinness-Weltrekord für die teuerste online verkaufte Konsole.

Gut zu wissen

Kutaragi gilt als "Vater der PlayStation". Er leitete später auch die Entwicklung von PS2 und PS3. 2007 zog er sich aus dem operativen Geschäft zurück, 2011 gab er auch den Posten als Ehrenvorsitzender ab.

Sony macht es allein

Nach der Blamage entschieden Ohga und Kutaragi: Sony baut eine eigene Konsole. 1993 gründete Sony zusammen mit Sony Music Entertainment Japan die Firma Sony Computer Entertainment, kurz SCE. Am 27. Oktober 1993 kündigte Sony öffentlich an, mit der PlayStation in den Konsolenmarkt einzusteigen.

Kutaragi setzte voll auf 3D-Grafik. Rückenwind kam ausgerechnet von der Konkurrenz. SCE-Präsident Teruhisa Tokunaka sagte später, Segas Automatenspiel Virtua Fighter habe "genau zur richtigen Zeit" gezeigt, dass Spiele mit 3D-Grafik funktionieren.

Ein zweiter Trumpf war die CD. Auf eine Disc passen bis zu 660 MB, weit mehr als auf ein Modul. CDs lassen sich außerdem billiger pressen. Das machte die PlayStation für Spielefirmen attraktiv. Phil Harrison, später Chef von Sony Computer Entertainment Europe, betonte, dass Sonys Hilfe für Entwickler viele zeitraubende Schritte der Entwicklung abnahm.

Ein Controller mit Griffen

Auch beim Controller gab es Streit. Das Sony-Management wollte ein flaches Pad wie beim Super Nintendo. Designer Teiyu Goto wollte Griffe für beide Hände. Als sein Entwurf abgelehnt wurde, zeigte er zum Schein eine flache Version. Darauf reagierte Ohga verärgert, und Goto kehrte zu seinem Entwurf mit Griffen zurück. Kutaragi erzählte später, man habe das Gewicht Gramm für Gramm angepasst, bis die Balance stimmte.

Die vier Symbole stammen ebenfalls von Goto. Das Dreieck steht für einen Blickwinkel, das Quadrat für ein Blatt Papier, also etwa ein Menü. Kreis und Kreuz stehen für Ja und Nein.

DualShock: der PlayStation-Controller mit AnalogsticksFoto: Evan-Amos, Wikimedia Commons, gemeinfrei

Der Start in drei Regionen

RegionStartStartpreis
Japan3. Dezember 199439.800 Yen
Nordamerika9. September 1995299 Dollar
Europa29. September 1995299 Pfund (Großbritannien)
Deutschland29. September 1995599 DM
Australien15. November 1995keine belastbare Angabe gefunden

Japan: 100.000 am ersten Tag

In Japan verkaufte sich die PlayStation am ersten Tag 100.000 Mal, nach sechs Monaten waren es zwei Millionen. Ganz vorne lag sie anfangs trotzdem nicht. Segas Saturn war knapp zwei Wochen früher erschienen und verkaufte sich dank Virtua Fighter in den ersten Wochen besser. Ende 1994 stand es in Japan 300.000 PlayStation gegen 500.000 Saturn.

USA: "Two ninety-nine"

Der berühmteste Moment kam auf der Messe E3 im Mai 1995. Sega hatte gerade den Saturn für 399 Dollar vorgestellt. Dann holte SCEA-Chef Olaf Olafsson den Entwicklungschef Steve Race auf die Bühne. Race sagte nur "Two ninety-nine", also 299 Dollar, und ging wieder. Der Saal applaudierte.

Der Start im September war ein Erfolg. In zwei Tagen verkaufte die PlayStation mehr Geräte als der Saturn in fünf Monaten. Fast alle 100.000 Konsolen der ersten Lieferung waren vorbestellt. Bis Ende 1995 kamen in den USA 800.000 Stück zusammen. 1996 senkten Sony und Sega ihre Preise auf 199 Dollar, danach verkaufte sich die PlayStation doppelt so schnell wie der Saturn.

Europa: Konsole für den Club

In Europa ging Sony einen eigenen Weg. Die Werbung zielte auf Teenager, und in Großbritannien nutzte Sony die Club- und Rave-Kultur, die Anfang der 90er dort groß geworden war. Sony arbeitete mit bekannten Clubs wie dem Ministry of Sound zusammen. 1997 gab es in 52 britischen Clubs eigene PlayStation-Räume.

Das passende Spiel dazu war Wipeout vom Liverpooler Studio Psygnosis, das zu Sony gehörte. Es erschien am 29. September 1995 zusammen mit der Konsole und wurde ihr meistverkaufter Starttitel in Europa. Die Grafiker von The Designers Republic gestalteten Verpackung und Look, der Soundtrack brachte elektronische Clubmusik ins Wohnzimmer.

Die Zahlen gaben Sony recht. Bis November 1995 lag die PlayStation in Großbritannien beim Verkauf im Verhältnis drei zu eins vor dem Saturn. Sony gab dort im Weihnachtsgeschäft 20 Millionen Pfund für Werbung aus, Sega 4 Millionen. Ende 1996 standen in Europa 2,2 Millionen Konsolen. Chris Deering, von 1995 bis 2005 Chef von Sony Computer Entertainment Europe, erzählte später: Geplant waren für die ersten drei Jahre 3 Millionen Konsolen und 14 Millionen Spiele. Am Ende wurden es 10 Millionen Konsolen und 40 Millionen Spiele.

Die PlayStation in Deutschland

In Deutschland kam die PlayStation am 29. September 1995 in den Handel, für 599 DM. Das berichten GamePro und GamersGlobal übereinstimmend. Zum Vergleich: Das NES hatte hier zum Start 399 DM gekostet.

Die beste Zahl zum deutschen Markt stammt aus dem Juni 1999. Damals zog Sony Computer Entertainment Deutschland gegenüber dem Fachblatt Horizont Bilanz:

  • 1998: 1,45 Millionen verkaufte PlayStations, 2,65 Millionen Spiele-CDs und knapp 2 Millionen Zubehörteile.
  • Seit dem Start im September 1995: drei Millionen Konsolen und 6,22 Millionen Spiele.
  • Umsatz: Im Geschäftsjahr 1998/99 stieg er von 380 auf 470 Millionen Mark. Die angepeilten 500 Millionen verfehlte Sony wegen Engpässen in der Produktion.

Geschäftsführer Manfred Gerdes rechnete für Herbst 1999 mit einer "heißen Saison", weil Sega im September die Dreamcast auf den Markt brachte. Für 1999 plante Sony in Deutschland 650 Millionen Mark Umsatz.

Ehrlich gesagt

Eine offizielle Gesamtzahl für Deutschland haben wir nicht gefunden. Nach Juni 1999 lief die PlayStation hier noch fast sieben Jahre weiter, dazu kam die PS one. Wie viele Geräte das am Ende waren, hat Sony nach unserer Recherche nie für Deutschland veröffentlicht. Schätzen wollen wir das nicht.

Verkaufszahlen

Weltweit hat Sony laut eigener Unternehmensseite mehr als 102,4 Millionen PlayStations ausgeliefert, PS one eingerechnet. Dazu kommen über 962 Millionen verkaufte Spiele. Im Mai 2004 meldete Sony 100 Millionen ausgelieferte Konsolen, als erste Spielkonsole überhaupt.

RegionKonsolenStand und Quelle
Weltweitüber 102,4 Mio.Sony, Stand 31. März 2012
Nordamerika39,67 Mio.Sony-Pressemitteilung, Stand 18. Mai 2004
Europa und PAL-Gebiet39,61 Mio.Sony-Pressemitteilung, Stand 18. Mai 2004
Japan und Asien20,72 Mio.Sony-Pressemitteilung, Stand 18. Mai 2004
Deutschland3 Mio.Sony Deutschland in Horizont, Stand Juni 1999
davon PS one28,15 Mio.bis zum Produktionsende März 2006 (Wikipedia)

Die englische Wikipedia nennt als Endstand nach Regionen 40,78 Millionen für Nordamerika, 40,12 Millionen für Europa und 21,59 Millionen für Asien.

Europa war für Sony also fast genauso wichtig wie Nordamerika. Frühere Konsolen kamen oft Jahre später nach Europa, die PlayStation nur drei Wochen nach den USA.

Technik kurz erklärt

Das Herz der PlayStation ist ein 32-Bit-Prozessor aus der MIPS-R3000-Familie mit 33,87 MHz. Er schafft rund 30 Millionen Befehle pro Sekunde. Allein wäre er für 3D-Spiele zu schwach. Deshalb hat Sony ihm Helfer zur Seite gestellt:

  • GTE (Geometry Transfer Engine): Ein Rechenwerk direkt im Prozessor, das die Mathematik für 3D übernimmt. Es berechnet, wo die Ecken eines Objekts auf dem Bildschirm landen.
  • GPU (Grafikchip): Er zeichnet Polygone, also die Dreiecke und Vierecke, aus denen 3D-Figuren bestehen, und klebt Texturen darauf. Das sind die Bilder für Oberflächen wie Holz oder Haut. Auf dem Papier schafft er 360.000 einfache Polygone pro Sekunde oder 180.000 mit Textur.
  • MDEC: Ein Baustein, der komprimierte Videos entpackt. Deshalb sehen die Zwischensequenzen vieler PlayStation-Spiele besser aus als bei der Konkurrenz.
  • Soundchip: 24 Kanäle mit bis zu 44,1 kHz, also CD-Qualität, dazu 512 KB eigener Speicher.

Die PlayStation stellt bis zu 16,7 Millionen Farben dar. Die Auflösung reicht von 256 × 224 bis 640 × 480 Pixel. Die meisten Spiele laufen in der niedrigen Auflösung. Das CD-Laufwerk liest mit doppelter Geschwindigkeit, also 300 KB pro Sekunde. Es spielt auch normale Musik-CDs ab.

Die wackelnden Texturen

Wer PlayStation-Spiele kennt, kennt auch das Zittern und Verziehen der Oberflächen, wenn sich die Kamera dreht. Das liegt an einer vereinfachten Methode, Texturen auf Polygone zu legen. Fachleute nennen sie affines Texture Mapping. Sie spart Rechenzeit, verzerrt aber die Bilder. Heute bauen Retro-Spiele den Effekt absichtlich nach. Der erfahrene Programmierer Koji Sugimoto schrieb dazu, die Entwickler hätten damals viel vergebliche Mühe investiert, um das Wackeln zu vermeiden, und heute nenne man es "charmant".

Modelle und Revisionen

Von außen sehen die grauen PlayStations fast gleich aus. Innen hat Sony die Konsole aber ständig überarbeitet, meist um Kosten zu sparen oder Fehler zu beheben. Die Modellnummer steht unten auf dem Typenschild. Bei den grauen Modellen verrät die letzte Ziffer die Region: 0 steht für Japan, 1 für Nordamerika, 2 für Europa.

ModellJahrWas anders ist
SCPH-1000 (nur Japan)1994Erstes Modell, als einziges mit eigenem S-Video-Ausgang
SCPH-10021995Erstes PAL-Modell. Cinch-Buchsen für Bild und Ton, Parallel- und Serial-Anschluss. Laser mit Kunststoffmechanik, neigt zu Hitzeproblemen
SCPH-5502 und 55521996/97Laufwerk sitzt weiter weg vom Netzteil, Cinch-Buchsen fallen weg. 5552 hat dieselbe Technik, nur ein anderes Paket
SCPH-70021997/98Günstigere Platine mit weniger Chips, DualShock-Controller als Standard, Lichtshow "Sound Scope" im CD-Player
SCPH-75021998Weitere Sparmaßnahmen, Laufwerksmechanik mit Metallteil statt Kunststoff gegen ruckelnde Videos
SCPH-90021999Parallel-Anschluss entfällt, letztes Modell mit Anschluss für das Link-Kabel
SCPH-102 (PS one)2000Deutlich kleiner, helles Gehäuse, externes Netzteil mit 7,5 Volt, kein Serial- und Parallel-Anschluss

Jahre nach Einführung der jeweiligen Baureihe laut Wikipedia. In Europa kamen einzelne Modelle etwas später in den Handel.

Die PS one

Im Juli 2000 kam in Japan die PS one heraus, am 29. September 2000 auch in Europa. Sie ist mit 38 × 193 × 144 mm viel kompakter als die alte Konsole mit 45 × 260 × 185 mm. Das Netzteil wanderte nach außen. Die PS one spielt dieselben Spiele wie die graue Konsole. Bis Ende 2000 verkaufte sie sich besser als jede andere Konsole, sogar besser als die neue PS2. Später bot Sony einen aufsteckbaren 5-Zoll-LCD-Bildschirm mit eingebauten Lautsprechern an (SCPH-131). Damit ließ sich die PS one ganz ohne Fernseher nutzen.

Exoten für Sammler

  • Net Yaroze: Eine mattschwarze PlayStation für Hobby-Programmierer von 1997. Es gab sie nur per Bestellung, sie kostete 750 Dollar und hatte als einziges offizielles Modell keine Regionssperre.
  • SCPH-7000W: Eine dunkelblaue Sonderedition zu zehn Millionen verkauften Konsolen in Japan. In den USA und Kanada gab es sie nur als Gewinnspielpreis.
  • SCPH-5903: Ein weißes Modell für Südostasien, das als einziges Video-CDs abspielt.

Controller, Memory Card und Zubehör

Der erste Controller kam im Dezember 1994 mit der Konsole. Er hat vier einzelne Richtungstasten statt eines durchgehenden Steuerkreuzes, dazu je zwei Schultertasten links und rechts. Die westliche Version SCPH-1080 ist etwa zehn Prozent größer als die japanische und hat ein längeres Kabel.

Dann ging es Schlag auf Schlag:

  • Analog Joystick (April 1996, Japan): Zwei große Steuerknüppel nebeneinander. Er war teuer, klobig und verkaufte sich schlecht.
  • Dual Analog Controller (April 1997, Japan): Das erste Pad mit zwei Analogsticks. Nur die japanische Version vibrierte, im Westen hat Sony die Vibration vor dem Start gestrichen.
  • DualShock (20. November 1997, Japan): Zwei Analogsticks mit Gummikappen und zwei Vibrationsmotoren. Daher der Name: "Dual" für zwei, "Shock" für das Rütteln. Der DualShock (SCPH-1200) wurde schnell zum Standard.

Die Memory Card

Spielstände speichert die PlayStation auf Steckkarten. Die offizielle Memory Card (SCPH-1020) fasst 128 KB, aufgeteilt in 15 nutzbare Blöcke zu je 8 KB. Wer viele Spiele hatte, brauchte schnell eine zweite Karte. In Japan gab es zusätzlich die PocketStation, eine Memory Card mit kleinem Schwarz-Weiß-Display, Uhr und Infrarot. Sie verkaufte sich dort über fünf Millionen Mal. Der geplante Start in Europa und Nordamerika wurde abgesagt.

Weiteres Zubehör

Sony und andere Firmen brachten Maus, Link-Kabel für zwei verbundene Konsolen und einen Multitap-Adapter für vier Spieler. Namco baute 1997 die Lichtpistole GunCon, die in Europa G-Con 45 heißt. Sie lag Time Crisis bei und funktioniert nur an Röhrenfernsehern.

Wie viele Spiele gibt es?

Die Antwort hängt davon ab, was du zählst. Sony meldete im Mai 2004 über 7.300 Titel, Stand Ende März 2004. Laut Wikipedia erschienen in elf Jahren rund 7.900 einzelne Veröffentlichungen. Das ist die zweithöchste Zahl, die je für eine Konsole erschienen ist. Dabei zählt jede Regionalfassung einzeln, also die japanische, die amerikanische und die europäische Version desselben Spiels.

Zählst du jedes Spiel nur einmal, sind es laut Wikipedia mehr als 4.000. Die englische Wikipedia-Liste der PlayStation-Spiele umfasst derzeit 4.073 Einträge (Stand 30.09.2026). Eine belastbare Zahl nur für PAL-Spiele haben wir nicht gefunden. Klar ist: Viele japanische Titel kamen nie nach Europa.

Zusammen wurden über 962 Millionen PlayStation-Spiele verkauft. Warum sich diese Discs zu sammeln lohnt, liest du in Videospiele als Kultur.

Die Top 10 der meistverkauften Spiele

PlatzSpielJahrPublisherVerkauft
1Gran Turismo1997Sony10,85 Mio.
2Final Fantasy VII1997Square, Sony10,02 Mio.
3Gran Turismo 21999Sony9,37 Mio.
4Final Fantasy VIII1999Square, EA8,6 Mio.
5Tekken 31998Namco, Sony8,3 Mio.
6Harry Potter und der Stein der Weisen2001Electronic Arts8,0 Mio.
7Crash Bandicoot 2: Cortex Strikes Back1997Sony7,58 Mio.
8Crash Bandicoot 3: Warped1998Sony7,13 Mio.
9Tomb Raider1996Eidos7,1 Mio.
10Metal Gear Solid1998Konami7,0 Mio.

Quelle: Wikipedia-Liste der meistverkauften PlayStation-Spiele, Stand 30.09.2026. Es handelt sich um weltweit ausgelieferte Exemplare nach Hersteller- und Presseangaben. Jahr = Erstveröffentlichung.

Auffällig ist die Mischung. Rennspiel, Rollenspiel, Prügelspiel, Jump 'n' Run, Action-Adventure und Schleichspiel: Die PlayStation hatte für jeden etwas. Final Fantasy VII gilt als das Spiel, das Rollenspiele außerhalb Japans massentauglich gemacht hat. Und dass ein Harry-Potter-Spiel von 2001 so weit oben steht, zeigt, wie lange die Konsole nach dem Start der PS2 noch in den Kinderzimmern stand.

Teure Sammlerstücke

Die meisten PlayStation-Spiele sind häufig und günstig. Einige PAL-Titel sind aber gesucht. Oft sind es Spiele, die in Europa spät und in kleiner Auflage erschienen, oder Kulttitel, die zum Start kaum jemand beachtet hat. Diese Liste beschränkt sich auf Spiele großer Publisher der damaligen Zeit.

Spiel (PAL)Publisher EuropaEuropa-StartGrößenordnung komplettWarum gesucht
Castlevania: Symphony of the NightKonami1. November 1997grob 400 bis 500 US-DollarKultklassiker, der anfangs wenig beachtet wurde
The Misadventures of Tron BonneEidos (Spiel von Capcom)16. Juni 2000um 450 US-DollarMega-Man-Ableger, Nischentitel
Mega Man LegendsVirgin (Spiel von Capcom)4. Dezember 1998um 250 US-Dollar3D-Ableger der Mega-Man-Reihe
Suikoden IIKonami28. Juli 2000um 200 US-Dollarkleine Auflage im Westen, kein Nachdruck
Chocobo RacingSquare Europe11. Oktober 1999um 200 US-DollarFinal-Fantasy-Fanartikel
Silent Hill (Erstauflage)Konami16. Juli 1999um 150 bis 200 US-DollarHorrorklassiker, die spätere Platinum-Version ist günstiger
Tombi!Sony28. August 1998um 150 US-Dollarbeliebtes Jump 'n' Run, in Nordamerika als Tomba! erschienen

Preise: grobe Größenordnung für komplette PAL-Exemplare (Disc, Hülle, Anleitung) laut PriceCharting, abgerufen am 30.09.2026. PriceCharting rechnet in US-Dollar und wertet vor allem eBay-Verkäufe aus. Das sind Richtwerte, keine Garantie. Lose Discs sind deutlich günstiger, neue und versiegelte Exemplare deutlich teurer.

So gehst du vor, bevor du kaufst oder verkaufst:

  • eBay mit Filter: Such das Spiel auf eBay und setz den Filter "Verkaufte Artikel". So siehst du, was wirklich bezahlt wurde, und nicht, was sich Verkäufer wünschen.
  • PAL oder NTSC: Amerikanische und japanische Fassungen haben eigene Preise, die oft weit von der PAL-Version abweichen. Auf einer deutschen Konsole laufen sie außerdem nicht ohne Weiteres.
  • Erstauflage oder Platinum: Viele Hits erschienen später als günstige Platinum-Neuauflage mit silbernem Rand. Sammler zahlen meist mehr für die Erstauflage.
  • Vollständigkeit: Anleitung, Rückseite und Disc machen einen großen Teil des Preises aus. Bei teuren Titeln lohnt ein genauer Blick auf Fotos. Erfahrungswert: Nachgedruckte Cover und Anleitungen sind im Umlauf.

Ende, Nachfolger und Vermächtnis

Am 4. März 2000 erschien in Japan die PlayStation 2, am 24. November 2000 in Europa. Sie spielt die meisten PS1-Spiele ab und versteht die alten Controller und Memory Cards. Viele Käufer nahmen ihre Sammlung einfach mit. Die alte Konsole lief trotzdem weiter, vor allem als günstige PS one. Am 23. März 2006 stellte Sony die Produktion ein, mehr als elf Jahre nach dem Start.

Die PlayStation hat die Branche verändert. Es gab schon vorher Konsolen mit CD-Laufwerk. Die PlayStation war die erste, die damit richtig erfolgreich wurde. Nach ihr setzte sich die Disc als Medium durch, und Module verschwanden von den großen Heimkonsolen. Ende 1999 hielt Sony in Nordamerika 60 Prozent des gesamten Videospielmarkts. Nintendo rutschte auf Platz zwei, Sega wurde abgeschlagen Dritter. Vor allem aber machte die PlayStation Videospiele für Jugendliche und Erwachsene salonfähig.

2018 folgte eine Mini-Version. Die PlayStation Classic erschien am 3. Dezember 2018 für 99,99 Dollar mit 20 eingebauten Spielen. Die Kritik war hart: Es fehlten Hits wie Crash Bandicoot und Spyro, die Controller hatten keine Analogsticks, und neun Spiele liefen in der langsameren PAL-Fassung mit 50 Hz. In den USA sank der Preis bis Juli 2019 auf 20 Dollar.

Heute ist die PlayStation eine der günstigsten und dankbarsten Retro-Konsolen. Die Discs sind robust, die Auswahl riesig. Viele PS1-Spiele gibt es heute in keinem digitalen Store mehr. Dann bleibt die Disc im Regal die einzige Möglichkeit, sie legal zu spielen. Genau darum geht es in unserem Gründungsartikel "Die Disc stirbt. Wir heben sie auf."

Selbst eine kaufen?

Welches Modell sich lohnt, woran du einen müden Laser erkennst und wie die PlayStation an den Flachbildfernseher kommt, steht in unserer Kaufberatung zu PS1 und PS one.

Häufige Fragen zur PlayStation

Warum heißt die Konsole PlayStation?

Der Name stammt aus dem gescheiterten Projekt mit Nintendo. "Play Station" war der Arbeitstitel des CD-Laufwerks fürs Super Nintendo. Sony behielt den Namen für die eigene Konsole.

Wie viele PlayStations wurden in Deutschland verkauft?

Die letzte offizielle Zahl, die wir gefunden haben, stammt vom Juni 1999: drei Millionen Konsolen seit dem Start 1995. Eine Gesamtzahl bis 2006 hat Sony für Deutschland nicht veröffentlicht.

Was ist der Unterschied zwischen PlayStation und PS one?

Die PS one ist die kleinere Neuauflage aus dem Jahr 2000. Sie spielt dieselben Spiele, hat aber ein externes Netzteil und keinen Serial- und Parallel-Anschluss. Von 102,4 Millionen verkauften Konsolen waren 28,15 Millionen eine PS one.

Gab es die Nintendo PlayStation wirklich?

Ja, als Prototyp. Sony baute bis 1992 zwischen 200 und 300 Geräte mit der Bezeichnung SFX-100. Eines davon wurde 2020 für 360.000 Dollar versteigert. In den Handel kam die Nintendo PlayStation nie.

Welches ist das meistverkaufte PS1-Spiel?

Gran Turismo von 1997 mit 10,85 Millionen ausgelieferten Exemplaren, knapp vor Final Fantasy VII.

Warum sind PlayStation-Discs schwarz?

Sony hat dem Kunststoff schwarze Farbe beigemischt. Das sollte die Spiele von Raubkopien unterscheiden und das Kopieren erschweren. Später tauchten allerdings auch schwarze Rohlinge auf.

Quellen